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                   II. Liga, Saison 03/04, 06.06.04               

 

  2:2  

 

 Pogoń Szczecin - GKS Bełchatów

 

  Szczecin, Stadion Pogon (20.000 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

Da das ursprünglich für heute geplante Rückspiel zum Aufstieg zur Regionalliga zwischen Hertha BSC (A) und dem VFC Plauen aufgrund des klaren Hinspielerfolges nicht mehr so reizvoll war, musste man schon jenseits der Grenze nach Spielen schauen, um einen schönen Kick zu finden. Szczecin (ehemals Stettin) ist von Berlin ca. 130 km entfernt und obendrein mit dem Wochenendticket der Deutschen Bahn bequem zu erreichen. Einziger Hacken an der Sache: Pogoń Szczecin ist „nur“ Zweitligist. Dafür stand an diesem Wochenende das letzte Heimspiel inklusive Aufstiegsfeier an. Schnell waren auch zwei Mitfahrer in Person von BRB-Jörg und VfB-Christian gefunden und so ging es dann mittags über Angermünde nach Stettin. Dort angekommen, schlenderte man erst mal durch die Stadt und  verzehrte später eine ganz hervorragende Pizza. Anschließend fuhren wir mit der Straßenbahn Richtung Stadion, welches wir rund eine Stunde vor Spielbeginn erreichten. Der Andrang war groß und an der von uns ausgewählten Kasse gab es nur Karten für den Block 11. Nun gut, Hauptsache Karte. Später stellte sich heraus, dass eben dieser Block 11 der Fanblock der Pogonfans war. Bisschen blöd gelaufen, da man als Nichtfan dort nichts verloren hat und auch fototechnisch sich dies als nachteilig erwies.

 

 

Spiel:

Pogon legte los wie die Feuerwehr und belagerte den Strafraum des Gegners aus Bełchatów. Nach gut einer Viertelstunde fiel das 1:0 durch Przemysław Kaźmierczak. Eine flache Eingabe grätsche er herrlich aus kurzer Distanz in Tor. In der 21. Minute tauchte zum ersten Mal der Gast vor dem gegnerischen Tor auf und durfte sich anschließend über den Ausgleich freuen (Torschütze: Jacek Popek). Keineswegs geschockt spielt Pogon weiter nach vorne und wurde mit dem Führungstreffer in der 30. Min. belohnt. Torschütze war der Spieler mit dem klangvollen Namen Sergio Leandro Santos Seixtos Batata (!!!). Das letzte Tor des Tages fiel auch noch in der ersten Halbzeit. Der Gast – ein zweites Mal vor dem Tor – markierte den Ausgleich (Torschütze: Jacek Kuranty). Nach der Pause stellten beide Mannschaften das Fußballspielen leider ein.

 

 

Stimmung:

….die war gigantisch. Es wurde so ziemlich alles geboten was das Herz begehrt: Dauersupport, Schalparade, Rauch, Bengalos, Blockfahne und zum Abschluss noch ein Platzsturm. Erinnerte schon fast an italienische Verhältnisse. Weitere Bilder dazu hier.

   
 

 

Vereine:

Gründung 1948 Morski Klub Sportowy Pogoń Szczecin (Seesportclub Pogon Stettin) aus der Fusion der Vereine: Drukarz Szczecin, Kolejarz Szcecin, Pocztowiec Szczecin, SC Port und Zwiakkowiec Szczecin. Ab 1959, bis auf wenige Jahre, erstklassig. Zweimal gelang dem Verein eine Platzierung die zum UEFA-Cup qualifizierte (1984/85 und 1987/88).

Gründung 1977. Belachatow liegt ca. 30 km südlich von Lodz. In der ersten Liga spielte der Verein von 1995 bis 1997 und in der Saison 1998/99.

   
Stadion:

Das Pogon-Stadion zu Stettin hat eine recht ungewöhnliche Form: „U-V-förmig“. Die eine Hintertorseite verfügt über keinerlei Ausbauten. Direkt gegenüber befindet sich die Kurve, die recht hoch und steil ist. Links von der Kurve fällt die Gegengerade leicht ab und entfernt sich im Verlauf vom Spielfeld. Rechts von der Kurve befindet sich die Haupttribüne, die den gleichen Verlauf wie die Gegengerade nimmt, allerdings ohne von der Höhe abzuflachen. Das Stadion verfügt über rund 18.000 Plätze (alles Sitzplätze) und die Schalensitze sind in den Vereinsfarben Rot und Blau gehalten. In den letzten Jahren sind auch zwei Überdachungen hinzugekommen. Während es sich beim Dach auf der Haupttribüne über eine durchaus gelungene Konstruktion handelt, ist die auf der Gegenseite eher provisorischer Natur in Form eines Art Zeltdaches.

Bis 1945 war hier der Stettiner Tunverein beheimatet und das Stadion trug den Namen Rühl-Kampfbahn (ein ehemaliger Stadtschulrat von Stettin). Danach hieß es Stadion ul. Twardowskiego.

Zu erreichen ist Stadion vom Bahnhof kommend recht einfach. Einfach den Berg rauf (vorbei an Post und IBIS-Hotel), dann rechts bis zur nächsten großen Kreuzung und die Straßenbahnlinie 7 besteigen. Nach gut 10-minütiger Fahrt erreicht man die Station Karlowicza.

 „Ab der Spielzeit 2004/2005 trägt die Arena den Namen Florian-Krygier-Stadion. Das Stettiner Fußball-Urgestein Florian Krygier ist inzwischen 97 Jahre alt und noch immer aktives Mitglied von Pogoń Szczecin. Er war Trainer der Erstligamannschaft von 1957 und organisiert bis heute die Mini-Fußballweltmeisterschaft für die Schulmannschaften.“

 

 

 

Die Rückkehr vom Stadion zum Bahnhof verlief stressfrei, da ein Grossteil der Zuschauer es vorzog beim Abschlusskonzert im Stadion zu verweilen. Für unsere Sicherheit sorgten mitfahrende Polizeifahrzeuge, die auch schnell zur Stelle waren, als Pogon-Fans singend auf sich aufmerksam machten. Zack – rein in die Straßenbahn – die Sängerknaben gepackt – und im Polizeiwagen verstaut. Nun ja, singen will gelernt sein.

 
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