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             Oberliga Hessen, Saison 04/05, 04.06.05                      

 

   6:4  

 

KSV Baunatal - 1. FC Schwalmstadt

 

 Baunatal, Parkstadion (ca. 500 Zuschauer)

 

 

Auf drei stolze Jahre in der 2. Bundesliga Süd (1976-1979) kann der KSV Baunatal zurückblicken. Neben vielen Erinnerungen ist auch das Parkstadion noch ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Obwohl der KSV seine Zweitligapartien im benachbarten Kassel austrug, wurde das Parkstadion in Baunatal pünktlich zum Abstieg 1979 (!!!) fertig gestellt. Daneben dürfte der 8. Mai 1998 ein weiteres denkwürdiges Datum gewesen sein, denn unter dem Stichwort „Chronik“ auf der Vereinshomepage ist dort nachzulesen, dass genau an jenem Tag der Kultur- und Sportverein Baunatal ins Internet ging.

 

 
Spiel:

Obwohl das Spiel auch schon im ersten Durchgang nett anzusehen war, geizten die Akteure mit Toren. Gerade mal zwei fielen für die engagiert aufspielenden Gastgeber. Im zweiten Durchgang ließen die Protagonisten all ihre Hemmungen und damit Tore satt fallen.

Tore: 1:0 (15. Min.) Ochs, 2:0 (42. Min.) Neubauer, 3:0 (46. Min.) Usta, 3:1 (48. Min.) Damm, 3:2 (52. Min.) Wengereks, 4:2 (60. Min.), 4:3 (73. Min.) Damm, 4:4 (77. Min.) Damm, 5:4 (86. Min.) Usta, 6:4 (90. Min.) Carranza.

Stimmung:

Fünf Leuten mit einer Pauke aus Schwalmstadt standen ungefähr fünf Anhängern, auch mit Pauke und sogar Tröte, des KSV gegenüber. Da letztere genau neben meinen Ohren und damit unter dem Tribünendach saßen, war deren Support natürlich viel besser als vom fiesen Mob aus Schwalmstadt.

Aber auch am Rande spielten sich einige nette Geschichten ab. Da wäre zum einen der Vereinsoffizielle des KSV, der während des Spiels den weiten Weg von der Tribüne hin zur Trainerbank der Gäste pirschte, dort den Übungsleiter beschimpfte und forderte, dass dieser seine Spieler zurückhalten solle, ansonsten es Keile oder so gäbe. Nun ja, in Baunatal war Stadtfest und gerade in nordhessischen Provinzstädtchen will man zumindest einmal im Jahr im Mittelpunkt stehen und da bietet sich natürlich ein Spiel vor 500 Zuschauern – inklusive des frisch gewählten Bürgermeisters – förmlich an.

Von der Gegenseite gibt es folgende Anekdote zu berichten: Auffällig geworden ist ein Ehepaar, welches sich netterweise genau zwei Reihen vor mir auf der ansonsten recht leeren Außentribüne platzierte. Als der Gästecoach unmittelbar nach dem 2:4 einen vermeintlichen Stürmer durch einen vermeintlichen Verteidiger ersetzte, rastete der Gatte aus und beschimpfte den Übungsleiter (für diesen aber nicht hörbar) als „Aff“ bzw. „blöder Aff“. Damit zeigte sich, dass dem gemeinen Hess nicht nur ein Konsonant (das N), sondern auch ein Vokal (das E) in seinem Alphabet fehlt. Der Typ kriegte sich jetzt gar nicht mehren und schrie nach dem 1. Vorsitzenden (spätestens jetzt war klar, auch hier war ein Vereinsoffizieller am Werk) und danach seine Gattin an, dass er den Übungsleiter am Montag rausschmeißen werde. Die Gemahlin, mittlerweile mit hochroter Rübe, versuchte mit ihrer weinerlichen Stimme, den Gemahl mit den Worten zu beruhigen „man kann Dich hören“. Die Tore zum 3:4 und 4:4 beruhigten diesen dann auch kurzzeitig, aber nach dem 4:5 ging die ganze Arie wieder von vorne los. Herrlich. Dabei erwies sich des Trainers Maßnahme als gar nicht mal so dumm, denn die Auswechslung verstärkte den Druck im Mittelfeld und so konnte die Gastmannschaft den Freiraum immerhin für zwei schnelle Tore nutzen. Naja, Fußball ist ja letztlich doch ein hoch kompliziertes Spiel und für die Mehrheit der Vereinsoffiziellen wahrscheinlich nie begreifbar.

 
Stadion:

Wie bereits oben erwähnt, wurde das Parkstadion in Baunatal 1979 fertig gestellt und hat fast alles, was ein vernünftiges Stadion braucht. Auf der imposanten Tribüne finden auf 2.578 grünen Schalensitzen potentielle Zuschauer Platz. Weitere 6.000 Besucher könnten zusätzlich stehend auf der Gegengerade ein Spiel verfolgen. Die Hintertorseiten sind mit Gras bewachsen und könnten wohl für den Fall eines Aufstieges in weitere Stehplatzblöcke ausgebaut werden. Das Tribünendach verfügt über eine gewisse Einmaligkeit und die orangefarbenen Kacheln ringsherum zeugen vom architektonischen Trend der 70er Jahre.

Zu erreichen ist das Parkstadion entweder über die A44 oder die A49 und ist in Baunatal gut ausgeschildert. Für Bahnreisende empfiehlt sich ab Kassel-Wilhelmshöhe der Bus 51 bis Baunatal-Altenritte (Ausstieg am Hallenbad).

 

 

 

 

Tageskilometer:        398 km mit dem KFZ von Berlin nach Baunatal und 380 km zurück mit dem Zug

Saisonkilometer: 39.332 km (23.213 km PKW, 5.057 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 
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