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                   Testspiel, Saison 04/05, 17.07.04               

 

   0:12  

 

VfL Eintracht BitterfeldFC Carl Zeiss Jena

 

Bitterfeld, Fritz-Heinrich-Stadion (ca. 150 Zuschauer)

 

 

Und wieder einmal hieß es: Unterwegs mit dem Wochenend-Ticket, im Volksmund auch gerne als Assi-Ticket bezeichnet. Warum es diesen Titel trägt, wird der wehrte Leser am Ende des zweiten Spielberichts (VfB Germania Halberstadt gegen Hannover 96) erfahren.

Los ging es um 11:00 Uhr am Bahnhof Zoo mit einem neuen Mitfahrer: Maxi, gerne auch Schneider-Fußballdienst  genannt, einem Fan der Eintracht aus Frankfurt. Die Zugverspätung betrug bei Abfahrt schon über 30 Minuten, was den Umstieg in Wittenberg schon stark gefährdete. Am Ostbahnhof stieg dann noch Borussentom dazu und so tuckerte der Zug gen Sachsen-Anhalt. Der Anschluss in Wittenberg wurde natürlich verpasst und der jetzt etwas längere Zwischenhalt konnte zumindest wieder mit Sozialstudien und Sonnenbaden am Bahndamm vertrieben werden. In Leipzig muss irgendeine Festlichkeit stattgefunden haben, den Punks, Schwarzkittel und vor allem allerlei rechtes Gelump (alle schön mit 88er T-Shirt unterwegs) bevölkerten den Kleinstadt-Bahnhof. Bitterfeld erreichten wir dann um 14:15 Uhr (der Spielbeginn war 14:00 Uhr) und der Peer erwartete uns bereits mit laufendem Motor und durchgedrückter Kupplung (hat zwar Automatik, aber hört sich jetzt irgendwie besser an). Peer (böse Zungen wie ich sagen auch Peter ohne T) war das entscheidende logistische Verbindungsstück unserer heutigen Tour, denn ohne Ihn und sein KFZ wäre das zweite Spiel in Halberstadt nicht machbar gewesen.

Am Stadion angekommen durchlebten wir ein Wechselbad der Gefühle: Schöne Eintrittskarte, schönes Programm, total langweiliger Sportplatz (bei dem Namen „Fritz-Heinrich-Stadion im Sportpark Süd“ kann man verflucht noch mal mehr erwarten) und zu allen Überfluss stand es auch schon 0:4. 

 

Spiel:

Für den VfL Bitterfeld war es bereits das dritte Vorbereitungsspiel. Das erste gegen den Oberligisten Germania Halberstadt ging 0:8 und das zweite gegen Oberliga-Aufsteiger Dessau 05 gar mit 0:9 verloren. Da ja Fußballfans immer an irgendwelche Serien glauben (die dann eh nicht eintreten) müsste das heutige Spiel gegen den Oberligisten aus Jena 0:10 verloren gehen. Man soll nicht an solche Serien glauben: 0:12! Der Landesligist war total überfordert!

Andreas Schwesinger war mit drei Toren am erfolgreichsten. Werner und Schmidt trafen zweimal. Je einen Treffer verbuchten Wille, Göhrke, Jovic, Holzner und Wachsmuth.
(Quelle: http://www.fc-carlzeiss-jena.de)

 

 

Stimmung:

Fehlanzeige!

 

 

Vereine:

Im Jahre 1911 wurde der VFBS (Verein für Bewegungsspiele) Bitterfeld gegründet und im gleichen Jahr fusionierte dieser mit Phönix Bitterfeld. 1920 kam – inzwischen hieß der Klub VfL Bitterfeld – noch der Turnverein 1848 Bitterfeld hinzu. Zwischen 1933 und 1935 spielten die Kursachsen in der damals höchsten Spielklasse der Gauliga. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden zum einen die BSG Chemie Bitterfeld (vorher Eintracht Bitterfeld, Kombi Mitte und Kombi Ost) und zum anderen die BSG Einheit Bitterfeld und die SG Dynamo Bitterfeld (bis 1965 als Sportgemeinschaft Dynamo Bitterfeld-Petersroda, Dynamo Wolfen und Dynamo Bitterfeld-Süd aktiv) gegründet. Nach der Wende erfolgten diverse Umbenennungen und Fusionen: Die SG Dynamo nannte sich zunächst in FC Blau-Weiß Bitterfeld um und ein Jahr später fusionierte man mit der SG Chemie Bitterfeld (neuer Name: FC Blau-Weiß/Chemie Bitterfeld). Aus der BSG Einheit Bitterfeld wurde später der VfL Einheit Bitterfeld. 1992 machte man dann der „Vielvereinerei“ ein Ende und die beiden übrigen gebliebenen Klubs fusionierten zum VfL Eintracht Bitterfeld.

Es war der 13. Mai 1903 als Angestellte der Carl-Zeiss-Werke den Fußballklub Carl Zeiß gründeten. Im Jahre 1917 nannte sich der Verein in 1. SV Jena um. In den Jahren 1925, 1935, 1936, 1940 und 1941 nimmt der Klub an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft teil. Nach dem zweiten Weltkrieg gründeten ehemalige Mitglieder den Verein neu unter dem Namen SG Ernst-Abbe Jena (Ernst Abbe leitete nach dem Tod von Carl Zeiss die Werke und vermachte nach seinem Tod sein ganzes Vermögen einer Stiftung), der zwei Jahre später in BSG Carl Zeiss Jena unbenannt wird. 1951 erfolgt eine weitere Umbenennung: Zunächst in BSG Mechanik Jena und danach geht der Verein in die Sportvereinigung Motor Jena (BSG Motor Jena, später dann SC Motor Jena) ein. Im Jahre 1956 steigt die Mannschaft in die Oberliga auf und holt vier Jahre später Ihren Titel (FDGB-Pokalsieger gegen SC Empor Rostock 3:2 n. V.). 1963 erste DDR-Meisterschaft. 1966 wurde der alte Verein wieder gegründet: FC Carl Zeiss Jena. 1968 zweite DDR-Meisterschaft. 1970 dritte DDR-Meisterschaft und 1972 zweiter Pokalsieg (gegen die SG Dynamo Dresden 2:1 n. V.). 1974 dritter Pokalsieg (wieder gegen die SG Dynamo Dresden, wieder nach Verlängerung (3:1) und wieder in Leipzig). 1980 vierter Pokalsieg (3:1 n. V. gegen Rot-Weiß Erfurt). 1981 steht die Mannschaft im Europapokalendspiel in Düsseldorf und verliert gegen Dynamo Tiflis 1:2. In den 90er Jahren spielt der Verein sechs Jahre lang in der zweiten Bundesliga. Nach dem Abstieg (97/98) und spielt danach in der Regionalliga Nordost, später Regionalliga Süd, wo er 2001 den Absturz in die Viertklassigkeit nicht verhindern kann.

   
Stadion:

Erbaut wurde das Fritz-Heinrich-Stadion wohl 1931. Vier Stufen, dazu ein kleiner Wall mit Bäumen, eine Laufbahn und das war es. Erwähnenswert ist vielleicht noch die Flutlichtanlage und die Lage des Sportplatzes; denn dieser lag direkt an der Goitsche, was natürlich ganz nett aussieht, aber bei Hochwasser auch schnell mal den ganzen Sportpark unter Wasser setzt.

Ansonsten bin ich dafür, zukünftig Vereine zu verklagen die Ihren Sportplatz Stadion nennen.

 

 

 

 

 

Kommen wir nun zu Evil Knivel Peer: Pünktlich zum Abpfiff ging er die gut 120 km nach Halberstadt auf Landstraßen an: Zeitvorgabe: 70 Minuten inklusive Parkplatzsuche! Unter Missachtung aller Gewindigkeitsbegrenzungen und so manchem riskanten Überholmanöver zeigte er eine einwandfreie Leistung! Aber auch der Beifahrer und Schreiber dieser Zeilen musste Opfer bringen, denn die Blase drohte mit Überlauf.....weiter....

 

Tageskilometer: 124 km (124 km Zug) Berlin - Bitterfeld

Saisonkilometer: 858 km (348 km PKW, 510 km Zug)

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