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                  Oberliga Nord, Saison 04/05, 24.10.04                

 

    4:0

 

Hannover 96 (A)HSV Barmbek-Uhlenhorst

 

Hannover, Eilenriedestadion (200 Zuschauer)

 

 

Es gibt viele Motive sich ein Fußballspiel anzuschauen. An erster Stelle dürfte für die Mehrheit das Spiel an sich stehen. Dann gibt es natürlich auch Partien die von der Stimmung und Atmosphäre leben. Ein ganz anderer Grund für einen Stadionbesuch ist, wie der Name schon sagt, das Stadion. Und genau deswegen stand heute das Eilenriedestadion in Hannover auf dem Zettel. Also rein ins KFZ und ab Richtung Westen. Der einstündige Zeitverlust in Form einer „Sinnlos-Baustelle“ (zwei von drei Spuren wurden für einen Malermeister auf einer Leiter, der die Brücke pinseln musste, gesperrt; Drei Kollegen saßen auf der Leitplanke und beobachteten diese ästhetischen Vollendungen) konnte die Vorfreude auf eines der schönsten Stadien in unserem Land nicht trüben.    

 

 
Spiel:

Es ist schon bemerkenswert wie eine Mannschaft es schaffen kann, in eineinhalb Stunden nicht einmal gefährlich vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen. So war der Sieg der Zweitvertretung von Hannover 96 nie in Gefahr. Die ersten beiden Tore fielen dazu noch unter tatkräftiger Mithilfe der Hamburger.

Tore: 1:0 (32.) Matthias Balke, 2:0 (60.) Dennis Wolf, 3:0 (66.) Abit Jusufi, 4:0 (67.) Bastian Schulz

 

 

Stimmung:

Angefeuert wurden an diesem herrlichen Spätsommernachmittag nur die Mannen von Barmbek-Uhlenhorst. Rund 20 Gästefans supporteten eifrig. Der heimische Anhang beklatschte dagegen nur die Tore.

   
Stadion:

Die großzügige Anlage des Eilenriedestadions liegt verkehrsgünstig zwischen Stadthalle (Kuppelhalle) und Messeschnellweg (B3). Das Kassenhäuschen – ein einfacher Holzverschlag – befindet sich nicht an der Hauptstraße, sondern ist über einen kleinen Weg erreichbar und an der Rückseite der wuchtigen Haupttribüne zu finden. Diese entstand Ende der 20er Jahre und bietet  fast 1.200 Zuschauern Platz. Aber nicht die eher doch geringe Anzahl an Sitzplätzen macht dies so imposant, sondern vielmehr das gesamte Gebäude. Dieses beherbergt zahlreiche Räume auf mehreren Stockwerken und in den 30er Jahren befanden sich hier Unterkunftsräume für Sportler, die dort auch übernachten konnten. Die grünen Sitzbänke sind zum einen vorderseitig von außen betretbar und zum anderen von innen über zwei geschlossene Aufgänge, die zum Teil verglast sind. Heutzutage werden letztere aber nicht mehr genutzt. Die unterste Sitzplatzreihe auf dieser Haupttribüne ist nicht ebenerdig und liegt ca. fünf Meter erhöht. Dadurch ist der ganze Bau relativ hoch. Links und rechts davon befinden sich Stehränge, die dem Oval der Laufbahn folgen und durch die beiden unausgebauten Bereiche hinter den Toren unterbrochen werden. An einem dieser Bereiche (der zur Kuppelhalle hin) findet der Stadionbesucher eine Stadionuhr. Diese stammt noch aus den 20er Jahren, dem Jahr in dem diese Sportstätte (noch ohne Haupttribüne) eingeweiht wurde. Diese Uhr ist als solche allerdings von der Tribüne nicht erkennbar und auf beiden Seiten finden sich Hinweise auf „Hofuhrmacher M. Stellmann, Königsstraße“.

Gegenüber der Haupttribüne befindet sich eine großzügig angelegte Gegengerade, die aus einfachen neben- und hintereinander aufgestellten Holzbänken besteht. Erwähnenswert sind noch die alten Toilettenhäuschen, die wohl schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben dürften.

Die Namensgebung war übrigens nicht ganz einfach. Ein privater Geldgeber wollte, dass das Stadion den Namen Hindenburg (Befehlshaber im 1. Weltkrieg und später Reichspräsident) tragen sollte. Daraufhin hagelte es aber Proteste von Sozialdemokraten und Arbeitersportvereinen. Letztere setzten sich durch und so bekam die Sportstätte erst einmal den Namen „Stadion der Stadt Hannover“. Aufgrund der politischen Veränderungen im Land trug das Stadion ab 1934 den Namen „Hindenburg-Kampfbahn“. Nach dem Krieg setzte sich dann der heutige Name durch.

1973 war das Eilenriedestadion auch Austragungsort für drei Bundesligaspiele der 96er, da der Rasen im Niedersachsenstadion nicht bespielbar war.

Wer glaubt, dass das Eilenriedestadion die alte Heimat von Hannover 96 ist, der irrt. Diese war die alte Radrennbahn ganz in der Nähe, wurde aber 1956 abgerissen. Die „neue“ Heimat wurde dann das Niedersachsenstadion.

 

 

 

 

 

 

Tageskilometer:       285 km PKW Berlin - Hannover

Saisonkilometer: 11.365 km (9.064 km PKW, 1.681 km Bahn, 620 km Flugzeug)

 
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