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                   Testspiel, Saison 04/05, 10.07.04               

 

   1:1  

 

SV Werder BremenTrabzonspor

 

Minden, Weserstadion (5.500 Zuschauer)

 

 

Standesgemäß durfte heute kein Geringerer als der Deutscher Meister und Pokalsieger meine neue Saison eröffnen. Der heutige Gegner war in der vergangenen Saison fast gleichermaßen erfolgreich: Vizemeister hinter Fenerbahce und Pokalsieger.

Austragungsort dieses „Knüllers erster Klasse“ (so zu lesen im Programmheft) war das Weserstadion in Minden, Heimstätte von Union Minden, der in diesen Tagen sein 100-jähriges Vereinsjubiläum feierte.

So ein Spiel in der Provinz eignet sich ganz hervorragend zu Sozialstudien. Das ganze Kaff war auf den Beinen und die Mindener Cappuccino-Connection nutzte das Ereignis des Jahres um gesehen zu werden. Ganz putzig zu beobachten war, wie erwachsene Männer Kinder über den Haufen rannten um sich den besten Platz am Mannschaftsbus der Bremer zu sichern. Noch putziger waren dann die Ordner, die unerbittlich versuchten diesem wahllosen und ungezügelten Treiben ein Ende zu bereiten. Da in solch einem Nest wie Minden wahrscheinlich jeder irgendwie verwandt ist, dürften an diesem Nachmittag einige familiäre Bindungen in die Brüche gegangen sein. Richtig drollig dann wieder Andere (hier taten sich mehrheitlich ausländische Mitbürger jenseits der 50 hervor), die unter Einsatz Ihrer Gesundheit probierten billige gelbe Plastikbälle ,die noch nicht mal einen Wert von 20 Cent haben dürften, zu fangen. Aber die Krone der Lächerlichkeit ging an all Jene, die sich im Stadion trafen und erstmal fragten: „Mensch, wat machst Du denn hier?“ Ungelogen mindestens zwanzig Mal gehört.

Gemeinsam mit drei weiteren Fußballinteressierten (einem 96er, einem Braunschweiger und mit dem Stadionfreund) fieberten wir dieser spannungsgeladen Partie entgegen. 

 

Spiel:

Interessiert eh keinen! Die Türken waren die klar bessere Mannschaft.

Tore: 0:1 Ibrahima Yattara (29.), 1:1 Ismael (70.)

   

 

 

Stimmung:

…wie im Kindergarten. Überall sprangen die Gören rum und die Ordner spielten Fangen. Optischer Highlight war die Rauchentwicklung im „Bremer Block“.

 

 

Vereine:

Namensgeber für den Verein war der erste Spielort "Stadtwerder" (Ein Werder ist eine Flussinsel bzw. ein Landstrich zwischen zwei stehenden Gewässern). Gegründet wurde der Club am 04.04.1899 als FV Werder Bremen. 1920 erfolgte die Umbenennung in SV Werder Bremen. Nach dem zweiten Weltkrieg fusionierte der Verein mit TV Vorwärts Bremen und Freie Schwimmer 1910 Bremen zum Turn- und SV Werder 1945 Bremen. 1946 erneute Umbenennung erst in SV Grün-Weiß 1899 Bremen und danach zum SV Werder Bremen. 1934, 1936, 1937 und 1942 war der Verein in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft vertreten. Vor Einführung der Bundesliga gelang dies noch von 1959 bis 1963. Dadurch auch Gründungsmitglied der Bundesliga, der man bis auf die Spielzeit 1980/81 durchgängig angehörte bzw. angehört. Insgesamt viermal Deutscher Meister (1965, 1988,1993 und 2004) und fünfmal Pokalsieger (1961, 1991, 1994, 1999 und 2004). Dazu kommt noch ein Europapokaltitel im Pokalsiegerwettbewerb 1992. Daneben etliche Jahre international vertreten.

Trabzonspor ist ein rechter junger Verein, denn er wurde erst im Jahre 1967 gegründet. Große Erfolge feierte der Club zwischen 1976 und 1984, als man sechs mal türkischer Meister und dreimal Pokalsieger geworden ist. Dazu kommen noch die Pokalsiege in den Jahren 1992, 1995, 2003 und 2004.

 

Gründung aus den Ausgangsvereinen "Mindener Spielvereinigung 05", "Sport-Club Minden" und "VfL Minden von 1910" in der Stadthalle Minden. Einer der Vorgängervereine, der MTV Rodenbeck wurde im Jahre 1904 gegründet. Ganz lustig ist das Vereinswappen von Union Minden. Es zeigt einen spukenden Jüngling. Anscheinend ist das „Weserspuken“ eine Traditionssportart in Minden.  

   
Stadion:

Das Weserstadion in Minden ist eine durchaus schmucke Anlage. Auf drei Seiten gibt es einige Stufen, die dem Oval der Laufbahn folgen. Hauptattraktion ist die schicke Haupttribüne die sich über die gesamte Länge des Platzes erstreckt. Diese Holzkonstruktion, die übrigens unter Denkmalschutz steht, entstand in den 30er Jahren. Mittendrin prangt erhöht ein Sprecherturm. Vor ca. 1 ½ Jahren ist ein Teil dieser Holztribüne aufgrund von Brandstiftern abgebrannt und erst in diesem Jahr neu errichtet worden. Überdacht sitzen können so auf roten Plastiksitzen ca. 1.500 Zuschauer. Die Gesamtkapazität der Anlage dürfte bei rund 6.800 liegen.

 

 

 

 

Während nach dem Spiel der Kindergarten (einschließlich der Erziehungsberechtigten) das Feld stürmte, verließen wir zügig die Spielstätte. Der Intercity mit dem klangvollen Namen „145“ brachte mich dann sicher in die Bundeshauptstadt zurück.

 

Tageskilometer: 696 km (348 km PKW, 348 km Zug) Berlin - Minden - Berlin

Saisonkilometer: 696 km (348 km PKW, 348 km Zug)

 
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