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                  Division 1, Saison 04/05, 11.12.04                

 

    3:0 

 

O. G. C NiceA. C. Ajaccio

 

   Nice, Stade du Ray (8.000 Zuschauer)

 

 

Während sich die Temperaturen in der Hauptstadt sich immer mehr der Nullgrad-Marke nähern, herrschen an der Cote d’Azur milde 17, 18 Grad bei absolut wolkenlosem Himmel. So fiel das Aufstehen am sehr frühen Freitagmorgen auch nicht schwer, wenn man dafür das Mittagsessen unter Palmen auf der Sonnenterrasse mit Meerblick einnehmen darf.

Nach zwei Tagen Promenieren und Flanieren in Nizza und Cannes war man um die Erkenntnis reicher, dass Nizza eine durchaus sehenswerte Stadt – insbesondere der Strand und die Altstadt – ist, während Cannes doch letztlich ein wenig enttäuschte.

Von Cannes aus ging es dann auch via Mietwagen zum ersten Spielbesuch an diesem Wochenende. Dieser gestaltete sich aufgrund einer Leseschwäche mal wieder leicht chaotisch, denn von der Webseite des Vereins wurde nicht die Adresse des Stadions notiert, sondern die der Geschäftsstelle. Während letztere ziemlich günstig nördlich des Flughafens liegt (und somit direkt an der Schnellstraße von bzw. nach Cannes), befindet sich das Stade du Ray in Nizzas Nordwesten, welches eine kleine Irrfahrt durch den prallen Verkehr zur Folge hatte. Aber letztlich hat dann doch alles geklappt und eine halbe Stunde vor Spielbeginn wurden die Stadiontore passiert.

Unter besonderer Beobachtung meinerseits stand heute der Stürmer mit der Rückennummer 24 und der Spielerlizenznummer 76-100260 von O. G. C. Nizza: Viktor Okechukwu Agali. Aber soviel vorweg: Gewohnt lauffaul und ohne jede Durchschlagskraft. Der A. C. Ajaccio kam mit der Empfehlung eines durchaus achtbaren 1:1 gegen Tabellenführer Olympique Lyon an die Cote d’Azur. Der O. G. C. gewann am letzten Wochenende in Nantes mit 1:0. Das Spiel entsprach den Tabellenplätzen beider Mannschaften (der Neunte gegen den Vorletzten). Nizza war optisch überlegen, leistete sich aber viele Abspielfehler. Der Gast war noch mangelhafter im Spielaufbau und tauchte dadurch nur selten am gegnerischen Strafraum auf. Das 1:0 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit resultierte aus einem sicher verwandelten Strafstoß. Im zweiten Durchgang blieb die Partie schwach und so konnten die Hausherren erst in den letzten Minuten die drei Punkte einfahren.

Tore: 1:0 Vahirua (45.), 2:0 Grenet (82.), 3:0 Vahirua (90.)

 

 

Etwa 8.000 Zuschauer verirrten sich an diesem Abend im Stade du Ray (Gästefans konnten keine ausgemacht werden). Aber so schwach das Spiel auch war, der Support der Einheimischen entschädigte. 90 Minuten Dauergesang erinnerten schon fast an italienische Verhältnisse. Zu Beginn der Partie und nach den Toren wurde zudem noch ordentlich „kontrolliert“ gezündelt. Wenn Fackeln auf dem Spielfeld landeten, wurde diese von Feuerwehrleuten eingesammelt und brandschutzsicher entsorgt. Das abgebrannte pyrotechnische Material in den beiden Fanblöcken wurde von den Ordnern einkassiert.


Seltsamerweise war sogar eine deutsche Zaunfahne im Stadion zu sehen (WITTEN auf schwarz-roten-gelben Grund). Diese hing aber nur die ersten zwanzig Minuten.

   

   

   

Der „Olympique Gymnaste Club de Nice Cote d’Azur“ wurde im Jahre 1904 als „Gymnaste Club Nice“ als reiner Turnverein gegründet. Eine Fußballabteilung wurde erst drei Jahre später ins Leben gerufen. 1908 folgte die Umbenennung in OGC Nice und 1925 kam via Fusion der Football Velo Club Nice dazu. Nach einer kurzen Phase als OGC Nice Sportsmen trat die Mannschaft ab 1945 wieder als OGC Nice an. Nach dem Gewinn einer lokalen Meisterschaft im Jahre 1940 waren die 50er Jahre die erfolgreichste Zeit des Clubs von der Cote d’Azur: 1951 Meister, 1952 Meister und Pokalsieger, 1954 Pokalsieger, 1956 Meister und 1959 Meister. Dann folgten Auf- (1965, 1970, 1985) und Abstiege (1964, 1969, 1982). 1991 musste der Klub zusammen mit Girondins Bordeaux und Armorique Brest den Gang in die Zweitklassigkeit wegen Misswirtschaft zwangsweise antreten. Unter „neuem“ Namen gelang erst 1994 die Rückkehr in Frankreichs höchste Spielklasse. Am 12. Mai 1997 wurde der OGC Nice im Pariser Parc de Princes nach erfolgreichem Elfmeterschießen über En Avant Guingamp Pokalsieger.

Von großen Erfolgen träumt man in Ajaccio (an der Westküste Korsikas gelegen). Der größte Erfolg dürfte der Aufstieg in die erste Liga im Jahre 1967 gewesen sein, übrigens sogar ein Jahr bevor der heute bekanntere Club SC Bastia („Hauptstadtklub“) gleiches Kunststück gelang. Die Korsen konnten die Liga bis 1973 halten und stiegen dann erst 2002 wieder auf. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1909.

   

Das Stade du Ray ist ein typisches „innerstädtisches“ Stadion: Eng gebaut inmitten eines Wohngebietes. Die überdachte Haupttribüne ist ein zweckmäßiger Betonbau, der aber optisch zu gefallen weiß. Die restlichen Tribünen sind unüberdacht. Die beiden Hintertorseiten sind ebenfalls aus Beton und bei der Gegengerade handelt es sich um drei aneinander gereihte Stahlrohrtribünen.

 

 

 

 

Tageskilometer:    1.500 km Flug Berlin - Nizza

Saisonkilometer: 19.717 km (11.956 km PKW, 2.641 km Bahn, 5.120 km Flugzeug)

 

Das Geheimnis der Wittener Zaufahne ist nun endlich nach einem Eintrag in das Gästebuch gelüftet:

283) SektionWitten aus Germany schrieb am 16.Dezember 2004 um 19:37 Uhr:

  E-Mail: info@sektion-witten.de
Homepage: http://www.sektion-witten.de
Lieblingsverein: SGW 2
Lieblingsstadion: Espenloh
--
Wir sind die mit der Witten Fahne in Nizza. Waren auch im Sinne des Hoppens da. Die Fahne hing nur 20 Minuten,
weil sie dann brutal entwendet wurde. Ist aber wieder in unserem Besitz.
Mach weiter so, eine meiner Lieblingsseiten!

Die Geschichte rund um die Fahne ist auf deren Homepage ausführlich beschrieben - eine Geschichte voller Dramatik!

 

 
 
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