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                   Verbandsliga Bremen, Saison 04/05, 18.09.04                                 

 

   2:0  

 

OSC BremerhavenSC Vahr

 

Bremerhaven, Nordseestadion (36 Zuschauer)

 

 

 

 

 

Die Tourenplanung für dieses Wochenende war dermaßen vergurkt, dass man am besten nicht vor die Tür gegangen wäre. Schon im Juni wurden die Kartenbestellungen an meinen Stammverein geschickt mit der Bitte, mir möglichst viele gute Karten für das Heimspiel der Königsblauen gegen Borussia Mönchengladbach zu schicken. Gekommen sind dann mehr oder minder sechs feine Sitzplatztickets. Zwei oberhalb des Gästeblocks, die ich erst mal Borussentom aufs Auge drückte und dann vier Karten für die Haupttribüne zum absoluten Spezialsommerhammervorzugspreis zu 51 Euro das Stück. Na super, denken die denn ich bin Krösus?

Aber da dieses Spiel meiner besseren Hälfte gewidmet war, konnten die Karten gar nicht gut und teuer genug sein. Für die restlichen zwei Karten wurde auch schnell ein Abnehmer gefunden und so verbrachte man schlaflose Nächte bis hin zum großen Tag. Es folgte der nächste Tiefschlag: Die Gemahlin (ehemals bessere Hälfte) entschied widerspruchslos: Wir (d. h. in dem Fall sie und der kleinste Schalkefan der Welt) bleiben zu Hause. Was folgte waren zwei ganz gravierende Fehlentscheidungen.

Fehlentscheidung erster Teil: Ich kam dem Betteln des ALLESFAHRER nach und vergaß in meinen Übermut, dass er inzwischen „ALLESankündigenunddanndochnichtFAHRER“ genannt wird. Schnell mal die Arena kreuzen und dann noch den Länderpunkt Holland mitnehmen, so sein Plan. Ungeachtet dessen, dass mich die holländische Liga gar nicht interessiert. Aber nun gut, Aufbau Ost heißt nicht nur den Zahlemann machen, sondern auch mal einem BFC Dynamo-Anhänger die Vorzüge des kapitalistischen (oder war das imperialistischen) Auslands zu zeigen.

Fehlentscheidung zweiter Teil: Da ich fest mit dem Gewinn des UI-Cups der Knappen und dem damit verbundenen Erstrundenauftritt im UEFA-Cup rechnete, kalkulierte ich bei der Tourzusammenstellung mit einem Spieltermin von Sonntag 17:30 Uhr. Diese Planung beinhaltete Kicks in Luxemburg und Frankreich. Aber die DFL machte uns einen Strich durch die Rechnung und entschied auf Samstag 15:30 Uhr. Na super, wieder alles zurückgerudert und alles neu ausgearbeitet. Statt Luxemburg hieß es nun Marl-Hüls und anstatt Straßburg Schwerte. Echte Klassiker.

Der aufmerksame Leser wird nun ahnen was kommen musste: Der „ALLESankündigenunddanndochnichtFAHRER“ machte seinem Namen alle Ehre. Nun gut, der tiefste Tiefschlag haut einen Schalker nicht um, aber der grandiose Auftritt in Wolfsburg verhagelte mir dann endgültig die Stimmung und so verwarf ich alles und suchte mir ein nettes Spiel im Nordosten: TSG Neustrelitz gegen SV Babelsberg 03.

Frauen wären ja nicht Frauen, wenn ihnen nicht doch noch ein Furz durch den Kopf geht und es drei Tage vor dem Duell in Neustrelitz heißt: Wir wollen an die Nordsee! Hurra! Also freitags rein ins KFZ und die beiden Damen und mich nach Cuxhaven chauffiert.

Am Samstagmorgen kurz in die lokale Zeitung geschaut und schon sprang das o. g. Spiel ins Auge.

 

 

Spiel:

Der OSC ging als Favorit in diese Partie und konnte mit mächtig Glück das Unentschieden in die Halbzeitpause retten. Ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten vermochte der Gast aus Bremen nicht in zählbaren Erfolg umzumünzen. (Achtung Phrase) Naja, wer seine eigenen Möglichkeiten nicht nutzt, der braucht sich dann auch nicht zu wundern. Vahrs Torwart holte einen OSC-Spieler spektakulär von den Beinen und so konnte Baumann das 1:0 vom Elfmeterpunkt aus erzielen. Doch die Zitterpartie wurde erst in der Nachspielzeit entschieden.

Tore: 1:0 (69.) Baumann (FE); 2:0 (90.) Gagelmann

 

 

Stimmung:

- Fehlanzeige -

   
Vereine:

Der Olympische Sport-Club entstand im Jahre 1972 aus der Fusion ATS 1859, dem PSV 1923 und TuS Bremerhaven 93. 1977 stieg der OSC in die zweite Bundesliga Nord auf. Aber trotz 11 Siegen und 10 Unentschieden beendete der OSC sein Gastspiel in der Zweitklassigkeit nach einem Jahr wieder (Mitabsteiger waren übrigens der 1. FC Bocholt und Schwarz-Weiß Essen). Aber 1979 gelang der direkte Wiederaufstieg. Während beim ersten Abstieg nur ein Punkt fehlte, hatte der OSC in der Saison 79/80 keine Chance auf den Klassenerhalt. Mittlerweile ist der OSC in Liga fünf angelangt und hat keinerlei Perspektiven. Für den Verein steht die Leichtathletik im Vordergrund.

Der SC Vahr gründete sich am 17. März 1976 aus dem Turn- und Sportverein Vahr heraus zum SC Vahr. Von sportlichen Erfolgen oder gar errungenen Meisterschaften ist leider nichts bekannt.

   
Stadion:

Ein klassisches, aber durchaus gefälliges Stadion erwartet den Besucher des OSC Bremerhaven. Das Nordseestadion wurde 1975 für die Leichtathleten errichtet und fasst 10.000 Zuschauer (davon 4.000 auf der überdachten Haupttribüne und 6.000 Stehplätze auf der Gegengerade).

Der Zustand des Stadions bereitet allerdings Anlass zur Sorge. Die Gegengerade und sämtliche Eingangstore sind verrammelt und so ist der Eingang auch schwer zu finden. Die Zuschauer müssen in die Schwimmhalle, vorbei am Bademeister und diversen Fitnesseinrichtungen bis irgendwann rechter Hand ein einsamer alter Mann hinter einer kleinen Kasse zu finden ist. Der Obolus betrug 3,50 Euro und für 50 Cent bekam man noch ein informatives Programmheft. So war dem Blättchen zu entnehmen, dass das Lieblingszitat der Trainerin der E1 und D1 (Personalunion nennt man so was, glaube ich) Silke T. aus B. ist: „Tor ist Tor!“ Daran sollte man öfters mal denken.

Aber zurück zum Stadion. Die ganze Haupttribüne ist in einem sehr schlechten Zustand. Teilweise sind die ehemals orangefarbenen Sitzschalen schwarz und eine Grundreinigung dürfte wohl schon Jahre zurückliegen. Die beiden Hintertorseiten sind gar nicht erst ausgebaut worden. Wozu auch?

 

 

 

 

Etappe eins des Wochenendes im Norden war so ganz interessant und für den Sonntag sollte dann die Regionalligapartie zwischen den Amateuren des HSV und des BVB besucht werden. Hier lieferte ich jedoch eine echte Glanzleistung ab. Das Dilemma begann mit einer viel zu knapp bemessenen Anfahrtszeit. Warum auch immer steuerte ich die AOL-Arena im festen Glauben, dort würde das „Amastadion“ stehen, an. Aber als die fetten Letter des Multimediakonzern am Horizont aufleuchteten, fiel mir plötzlich ein: Oh nein, das Ding steht ja ganz woanders. Nur wo? Die Frage konnte ich mir nicht beantworten. Eh zu spät, kein Stadtplan an Bord und der sonst immer ausgearbeitete Alternativspielplan existierte nur in meinem lückenhaften Gedächtnis. Nach kurzen Momenten der wilden Panik hieß es dann durchstarten und heimwärts fahren. Meine Damen dankten es mir und so habe ich mir zur Strafe erst mal ein spielfreies kommendes Wochenende auferlegt.

Aber irgendwie war das Wochenende eh total vergurkt….

 

Tageskilometer:     876 km Berlin - Bremerhaven (PKW)

Saisonkilometer: 9.592 km (7.327 km PKW, 1.681 km Bahn, 620 km Flugzeug)

 
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