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                  1. Bundesliga, Saison 04/05, 21.05.05                                 

 

   2:3  

 

SC Freiburg - FC Schalke 04

 

Freiburg, Dreisamstadion (24.500 Zuschauer)

 

 

Klein-Karben schnell Adieu gesagt und schon befand sich die Reisegruppe weiter auf der Autobahn Richtung Süden. In Mannheim war dann erst mal Schluss mit kuschelig im Auto sitzen, denn das Grand Hotel F1 wartete auf seine Gäste. Das fast schon obligatorische „vielleicht hätten wir doch dahinten lieber links abbiegen sollen“ durfte natürlich genauso wenig fehlen wie die darauf folgende Suche nach irgendeiner Kneipe.

Nach kurzem, aber heftigem Schlaf in unserer Nobelabsteige warfen wir erstmal in Bruchsal das „MC-habeichvergessen-Frühstück“ ein und VfB-Christian aus dem Auto. Die dezimierte Gruppe erreichte dann gegen Mittag die liebliche Stadt im Breisgau. Hier wimmelte es schon von Schalkern und nachdem das KFZ fachgerecht in der Botanik abgestellt wurde, konnte man sich endlich auf den finalen Spieltag mental vorbereiten.

Die drei Stunden bis zum Anpfiff verbrachten wir in geselliger Runde in einem angrenzenden Biergarten bei frischem Ganter und noch frischerem Wurstsalat. Glücklicherweise stieß irgendwann noch Hermann aus Kreuzberg hinzu, der sei 0:19 Uhr unterwegs war und neben ein paar schönen Reisegeschichten auch ständig nach dem Ergebnis des heutigen Bundesligaspiels fragte. Aber mein Hinweis, dass das Ereignis noch in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit liegt, wurde nur mit einem trüben und ungläubigen Blick beantwortet. Irgendwann habe ich die Belehrung aufgegeben und mit 0:3 geantwortet. Leider war alsbald Schluss mit der Konversation, denn der Anpfiff rückte immer näher. Vor dem Dreisamstadion brach die Kartennachfrage unter der Last des Kartenangebots total zusammen. Auf ca. 2 Kartensuchende kamen ca. 1.000 Kartenangebote. Tja, ihr lieben Freiburger – klassischer Fall von total verzockt.

 
Spiel:

Wieviel Punkte brauchen denn die Knappen nun für den direkten Sprung in die kommerzigste aller Kommerzligen? 3, 1, oder gar Null? Egal, wie es ausgeht, die anderen werden wahrscheinlich wieder einmal noch blöder sein. Aber irgendwie stellten sich die 11 Männer aus Gelsenkirchen dann doch nicht so doof an und setzten den Absteiger von Beginn an unter Druck. Das 0:1 (6. Min.) durch einen schicken Schuss von Ebbe Sand aus 22 Metern beruhigte erstmal die Nerven. Aber wie in den voran gegangenen Wochen, bauten die Schalker wieder einmal ganz schnell ab und den Gegner auf, der nur fünf Minuten später den Ausgleich erzielte. Bis zur Pause war dann das große Zittern angesagt, denn der SC hatte mehrmals die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Einziger Lichtblick waren da noch die Zwischenstände aus Stuttgart und Berlin und ein tadellos haltender Frank Rost.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste und Schalke spielte wieder souveräner auf. Nach wenigen Minuten verfehlte Ebbe Sand das Gehäuse. Kurz danach war es dann aber Bordon, der einen Freistoß von Lincoln mustergültig per Kopf verwertete. Danach nahmen die Königsblauen wieder einen Gang raus, aber diesmal schalteten die Freiburger nicht hoch. Egal, jetzt nur kein Tor mehr fangen – dachte sich auch unser Fastschon-Vizemeister-Trainer und nahm den Dicken ohne Hals aus dem Spiel. Die Leistung war bis dato genauso schlecht wie seine ständigen Eskapaden. Soll die Knallschote doch nach Griechenland gehen. Spart mir die Nerven und dem Verein eine Menge Kohle, die wir dann einem anderen Söldner in den Rachen schmeißen können. Zurück zum Spiel: Hätte, wäre, wenn – auch Finke wechselte und brachte Zlatan Bajramovic und Roda Antar. Ersterer passte auf den Zweiten und dieser traf aus 16 Metern zum Ausgleich. Libuda sei Dank, lag Stuttgart uneinholbar zurück und der Knopf im Ohr meldete aus Berlin immer noch keine Tore und bessere Torchancen für die 96er. Also weiter zittern! Aber Bordon erzielte wieder per Kopf den erlösenden dritten Treffer.

Fazit: Für einen Vizemeister mal wieder eine äußerst dürftige Leistung. Aber an dieser Stelle darf ich dann Renato zitieren, der ca. 500-mal an diesem Wochenende mit der Phrase „die Tabelle lügt nicht“ versuchte, Eindruck zu schinden.

Tore: 0:1 (6. Min.) Sand, 1:1 (11. Min.) Iashvili, 1:2 (55. Min.) Bordon, 2:2 (78. Min.) Antar, 2:3 (89. Min.) Bordon

Stimmung:

Das Beste hob sich der königsblau-weiße Anhang bis zum Schluss auf, als der Siegtreffer in den Abpfiff mündete. Auf einmal konnten alle supporten bis der Arzt kommt. Vorher war dieser auch nicht schlecht, aber auch nicht gerade sensationell. Schön, dass man sich auch über einen zweiten Platz und eine letztlich doch schöne Saison freuen kann.

 

 
Vereine:

Im Jahre 1904 wurden zwei Freiburger Vereine gegründet: Der Freiburger Fußballverein 04 und FC Schwalbe Freiburg (beide Vereine hatten übrigens die gleichen Vereinsfarben). Nach recht erfolglosen Zeiten bis zum Kriegsende wurden sie 1946 neu gegründet. Der SC Freiburg hieß zunächst VfL Freiburg, wurde aber 1950 wieder in SC umbenannt. 1978 gelang dem SC der Aufstieg in die 2. Bundesliga, die er fünfzehn Jahre später wieder Richtung 1. Liga verlassen „musste“. 1997 Abstieg, 1998 sofortiger Wiederaufstieg, 2001 6. Platz und damit Startplatz im UEFA-Cup. 2002 Abstieg und 2003 direkter Wiederaufstieg.

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

 
Stadion:

Seit 1953 spielt der SC Freiburg im Dreisamstadion. Errichtet wurde die Spielstätte allerdings schon 1935. Noch in den 60er Jahren fanden hier nur gut 10.000 Zuschauer Platz, was für die damaligen Verhältnisse auch völlig ausreichend war, denn noch war der Freiburger FC der erste Club in der Stadt. Die Haupttribüne entstand erst in den 80er Jahren und erst der Bundesliga-Aufstieg im Jahre 1993 machte größere bauliche Veränderungen im Dreisamstadion notwendig. Zuerst wurde die Osttribüne um fast 2.000 Sitzplätze erweitert und auf der Nordseite wurde die Anzeigetafel installiert. Ein Jahr später wurde die Haupttribüne um 3.000 Sitzplätze erweitert und 1995 wurde die Südseite komplett umgestaltet. 1999 erhöhte man dann noch mal die Kapazität auf der Nordtribüne und überdachte diese auch gleich. Danach fielen die Stehplätze auf der Gegentribüne Sitzplätzen zum Opfer. Nun fasst die Arena 25.000 Zuschauer.

 

 

 

Tageskilometer:       304 km Klein-Karben - Freiburg mit dem PKW

Saisonkilometer: 37.286 km (21.647 km PKW, 4.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 
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