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                   Bezirksoberliga Oberbayern, Saison 04/05, 12.09.04                                 

 

   0:0  

 

Türk SV 1975 München - TSV Ampfing

 

München, Dantestadion (ca. 100 Zuschauer *)

 

* zahlende 2

 

 

Nach bereits erwähnten Feierlichkeiten in Österreich (mein Dank an dieser Stelle für Einladung und dicken Kopf), sollte es an diesem total verregneten Sonntag Richtung Heimat gehen und natürlich nicht ohne noch einen schönen Kick mitzunehmen. Die Wahl fiel dabei auf die Amateure des 1. FC Nürnberg, die die SpVgg Weiden zu Gast hatten. Für die gut 350 km wurden großzügig viereinhalb Stunden Zeit eingeplant. Aber schon beim Betanken des KFZ wusste ich: Heute wird so ein richtiger Scheißtag, denn der vor mir an der Zapfanlage stehende Regensburger (ich hasse alle Regensburger) tankte nicht nur, nein – dieser widerwärtige Mensch brauchte nicht nur Stunden zum Bezahlen (weil alle angebotenen Waren einer ausgiebigen Prüfung unterzogen werden mussten), sondern reinigte anschließend erst mal mit dem Scheibenputzgerät seine hässliche Schüssel komplett. Nach empfundenen vier Stunden räumte er dann schließlich den Platz und ließ mich an den Schlauch.

Auf der A8 Richtung München, in Verbindung mit dem Verkehrsfunk von Bayern 3, kam recht schnell die Erkenntnis, dass der Sportplatz am Valznerweiher heute ohne mein Erscheinen auskommen musste. Denn die bayrische Staatsregierung war so klug, das Ferienende und das Oberligaspiel in Nürnberg auf einen Tag zu legen.

Aber so wie der Matrose in jeder Stadt ein Mädchen hat, hat der Fußballreisende einen Kontaktmann, ausgerüstet mit modernster Medientechnologie, der einem in Sekundenschnelle ein Alternativprogramm zusammenstellen kann. Um 14 Uhr in München eingetroffen, standen dann die Partien SpVgg Unterhaching gegen Alemannia Aachen und die o. g. zur Auswahl. Da das Dantestadion schon mal vergeblich besucht wurde (stadionbesuch.de berichtete), war die Entscheidung einfach. Schnell den „Kontaktmann“ und Freund aus alten Düsseldorfer Studienzeiten Volker (mit Stadtplan) eingeladen und nach zäher Fahrt (auch in München gibt es definitiv zu viele Autos) war man alsbald am Dantestadion.

Während wir im Inneren den Anpfiff hörten, war die Kasse verwaist. Aber schon sprang der Kassenwart aus seinem Porsche (!!!), verkaufte uns zwei schöne Tickets zum Schnapperpreis von je sechs Euro, um flugs die Kasse zuzumachen und sich Richtung Stadioninneres zu bewegen. Da die Türen für alle Nachfolgenden offen standen, kamen wir uns leicht verarscht vor.

 

 

 

Spiel:

56 Spiele habe ich am Stück ohne 0:0 gesehen und schon von einer dreistelligen Zahl geträumt. Auch beim Studium des Programmheftes rieb ich mir noch kräftig die Hände, denn der Türk SV hatte nach sechs Spielen ein Torverhältnis von 7:19 und der TSV Ampfing von 8:10. Der Türk SV verlor letzte Woche mit 2:7 und die Ampfinger mit 1:2. Eine 0:0 lag somit gar nicht im Bereich des Möglichen. So dachte ich zumindest.

 

 

Stimmung:

Bis auf einen motzenden Rentner, keine.

   
Stadion:

Der Stadionbesucher wird am Dantestadion mit der Aufschrift „Der Münchner Jugend“ empfangen. Allein die Architektur der Haupttribünen treibt Stadionfetischisten Tränen in die Augen, aber kaum jemand verirrt sich hier hin, denn der Hauptnutzer ist der Türk SV 1975 und dieser spielt in der Bezirksoberliga Oberbayern (entspricht der 6. Liga) vor selten mehr als 100 Zuschauern.

Vielleicht mag es daran liegen, dass das Dantestadion gar nicht als Fußballstadion geplant war und so eigentlich nie einen Verein beheimaten konnte. Wacker München, einer der großen Traditionsvereine in der bayrischen Landeshauptstadt, spielte hier in den 60er Jahren, zog dann aber auch wieder weg.

Wirklich imposant ist die Haupttribüne. Ein trapezförmiger Bau, der nicht nur als überdachte Sitzplatztribüne gedacht war, sondern zusätzlich einen Gymnastiksaal und Waschräume beherbergt. Das Fassungsvermögen lag bei der Eröffnung im Jahre 1928 bei rund 32.000 (heute noch gut 14.000) Zuschauern – alles Sitzplätze, davon 1.000 überdacht.  

 

 

 

 
 

Tageskilometer:     738 km Burghausen - München - Berlin (PKW)

Saisonkilometer: 8.716 km (6.451 km PKW, 1.681 km Bahn, 620 km Flugzeug)

 
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