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                  1. Bundesliga, Saison 05/06, 03.12.05                                 

 

   0:1  

 

DSC Arminia Bielefeld - FC Schalke 04

 

Bielefeld, Stadion Alm (26.601 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

An diesem Wochenende stand mal wieder Eintopf auf dem Speiseplan und obwohl es weder Vor- noch Nachspeise gab, wollte Renato sich dieses Mahl nicht entgehen lassen. Der ICE brachte uns recht früh in die ostwestfälische Metropole und der treue Begleiter verstand irgendwie nicht den Sinn, über drei Stunden vor dem Anpfiff am Stadion zu sein. Aber 180 Minuten später torkelte der Gute freudestrahlend aus der Kneipe im Schrebergarten und hatte dabei allerlei blau-weiße Ohrwürmer gesammelt. Vorher mussten wir aber noch echte Schwerstarbeit verrichten und eine Gruppe, ich nenn sie mal „Clique königsblauer Berlin-Kritiker“, argumentativ davon zu überzeugen, dass unsere Bundeshauptstadt eine einzige Quelle an Lebensfreunde und –qualität ist. Fast gelungen, würde ich jetzt mal so sagen. Ziemlich exakt eine Minute vor dem Anpfiff waren wir dann im Sitzplatzblock hinter dem Tor, wo es aber wie erwartet nix zum Sitzen gab und selbst ein gescheiter Stehplatz mühsam erkämpft werden musste.

 

 
Spiel:

Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen mit jeweils einer 1:0-Führung durch Kevin Kuranyi! Mit dieser Bilanz kamen die Königsblauen nach Ostwestfalen. Aber um eins vorweg zu nehmen, Kevin Kuranyi traf heute nicht. Dabei hatte der Stürmer in der Anfangsphase gleich zweimal die Möglichkeit, seine Farben früh in Führung zu schießen. Doch erst setzte er einen Kopfball neben das Tor (15. Min) und mit einem Weitschuss traf er kurz darauf das gleiche Ziel (17. Min.). Das war es dann auch schon mit dem Schalker Angriffsfußball, zumindest im ersten Durchgang. Die Bielefelder hatten aber auch ihre Chance, doch ein Bielefelder Stürmer setzte einen Kopfball völlig unbedrängt neben das Tor.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit rückte Schalkes Übungsleiter von der Ein-Mann-Offensive ab und brachte mit Sand und Asamoah zwei weitere Stürmer. Aber erst war es noch Kuranyi vorbehalten das erste Tor nicht erzielen zu dürfen. Aber die Distanz von sechs Metern war vielleicht auch ein bisschen zu weit, um den Ball platziert im Gehäuse unterzubringen. So durften dann auch mal die ran, die normalerweise Tore verhindern sollen. Christian Poulsen per Kopf – 0:1! Schalke hatte danach noch eine dicke Möglichkeit, frühzeitig den Sack zuzumachen; überflüssig zu erwähnen, wer an der Hereingabe von Kobiashvili vorbei sprang. Obwohl die Arminia eigentlich während des gesamten Spiels enttäuschte, mobilisierten sie in den letzten zehn Minuten noch mal alle Kräfte und zogen phasenweise ein richtiges Powerplay auf. Doch mit Glück und sinnlosem Bälle aus der Gefahrenzone schlagen überstanden die Knappen diese Phase.

Fazit: Kein Glanz – aber dafür drei Punkte!

Tor: 0:1 (50. Min.) Poulsen

Stimmung:

Da die Supportwilligen unter den Schalke-Anhängern heute in der Mehrzahl waren, war die Stimmung ganz gut. Nahezu das gesamte Repertoire des königsblauen Liedgutes wurde abgesungen und da viele auch so schön mitgemachten, kam dies auch gut rüber. Von Bielefelder Seite war mal wieder nix zu hören, aber dies schreibe ich mal meinem Platz im Gästeblock zu.

Vereine:

Am 3. Mai 1905 gründete sich der 1. Bielefelder FC Arminia. Kurz danach schloss sich der FC Siegfried dem Verein an und 1919 fusionierten sie mit der Bielefelder TG 48 (neuer Name: TG Arminia Bielefeld). Die Fusion hielt allerdings nicht lange und im Jahre 1922 wurde der ganze Verein erst mal aufgelöst und nach gut zwei Wochen unter dem ursprünglichen Namen 1. Bielefelder FC Arminia neu gegründet (seit 1926 DSC (Deutscher Sport-Club) Arminia Bielefeld). Als größte Erfolge weist der Club insgesamt sieben Aufstiege in die Bundesliga (1970, 1978, 1980, 1996, 1999, 2002 und 2004) aus. Insgesamt zwölf Spielzeiten in der ersten Liga runden das Bild einer klassischen Fahrstuhlmannschaft ab.

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

Stadion:

Vor rund 20 Jahren war die „Alm“ noch als Bretterbude bekannt, denn die Tribünen waren teilweise nur lieblose Stahlrohrkonstruktionen. Zuerst wurde die Gegengerade neu gebaut, welche es heute noch zu bewundern gibt. Eine einfache überdachte Stehplatztribüne aus schlichtem Beton wirkt heute ein wenig verloren im ansonsten recht schmucken Stadion. Nach und nach wurden dann die anderen Bereiche saniert und herausgekommen sind drei zusammenhängende dreistöckige Tribünen. Ein wenig sonderbar ist die Platzierung der Gästefans. Der Stehplatzbereich für diese befindet sich am Ende der Osttribüne (Block 7) und der Sitzplatzbereich auf der Nordtribüne (Block A2) im Unterrang quasi schräg gegenüber.

Heute heißt die Spielstätte „Schüco-Arena“.

 

 

Tageskilometer:                  728 km mit der Bahn von Berlin nach Bielefeld und zurück

Saisonkilometer:           19.567 km (5.900 km Flugzeug, 9.382 Km Bahn, 3.872 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 

Da die Rückfahrten von Fußballspielen ungefähr so interessant sind wie ein preisgekrönter Film auf arte, kann an dieser Stelle erfreulicherweise mal von einer Ausnahme berichtet werden. Schuld daran waren die vier Motorsportfreunde aus Berlin. Vor der Fahrt hatte ich ungefähr soviel Ahnung von Autos wie ein Papagei von der Quantenphysik, aber danach brauche ich jetzt erstmal zwei beleuchtete Spritzdüsen und einen verchromten Wischwassertank.

Grüße an Klausi, Heckes, Gunners, den Kölner und die VW-Motorsportfreunde aus Berlin.

 
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