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                  Oberliga Westfalen, Saison 05/06, 18.12.05                                 

 

   0:2  

 

FC Schalke 04 II - Borussia Dortmund II

 

Gelsenkirchen, Glückauf-Kampfbahn (750 Zuschauer)

 

 

Nach dem U19-Kick ging es dann zum letzten Anpfiff im Jahre 2005. Der Wagen konnte aufgrund der frühen Uhrzeit direkt am Eingang geparkt werden und so blieb noch über eine satte Stunde Zeit, ein gepflegtes Mittagessen zu uns zu nehmen. Als Gaststätte erkoren wir die Kneipe des SFCV aus. Nicht, weil diese so schön ist (ganz im Gegenteil), sondern weil sie die Nächste war.

Gut gestärkt und hoch motiviert ging es dann ab Richtung Eingang. Die „Gästefans“ waren zu diesem Zeitpunkt schon in ihrem Block und wie man hören konnte, gab es diesmal keine Konfrontationen an den Kassen, weil die Doofmunder ihre Eintrittskarten schon in den Zubringerbussen (von GE-Hbf) kaufen mussten. Da sich die bereits im Stadion befindlichen Schalker (vornehmlich UGE) nicht tatenlos bleiben wollten, versuchten sie eine körperliche Kontaktaufnahme mit den „Gästen“ über den Innenraum. Diese Aktion war aber nicht von Erfolg gekrönt. Sah auch alles nicht sonderlich konsequent aus.

 

 
Spiel:

Oh je! Im Nachholspiel der Oberliga Westfalen verlor die Schalker Nachwuchshoffnungstruppe (wenn auch arg von einer Verletzungsmisere gebeutelt) ziemlich sang- und klanglos mit 0:2. Hätten die Lüdenscheider im zweiten Durchgang nicht zwei Gänge zurückgeschaltet, wäre die Niederlage noch deftiger ausgefallen.

Tore: 0:1 (25. Min.) Pollok, 0:2 (31. Min.) Neumeister

Stimmung:

750 Zuschauer waren natürlich ein bisschen schwach. Aus der hässlichsten Stadt der Welt mögen so ca. 250 Mann angereist sein, die während der gesamten Spielzeit das machten, was eigentlich von dem heimischen Anhang erwartet worden war, nämlich Stimmung. Von den Königsblauen kam bestenfalls hämischer Beifall. Obwohl beide Seiten auf der Haupttribüne untergebracht waren, blieb es dort aufgrund der zahlreichen Ordner und staatlichen Sicherheitskräfte ruhig. Ergo versuchten beide Seiten sich vor dem Stadion näher zu kommen. Als markante Sicherheitslücke wurde dabei die Örtlichkeit ausgemacht, da von beiden Seiten begehbar. Aber obwohl die Doofen nicht abgeneigt waren, blieb auch hier alles ruhig. Einen letzten Versuch unternahmen die Gelsenkirchener in der 75. (!!!) Minute. Geschlossen verließen sie den Block und umrundeten das Spielfeld, um dann weit vor dem Gästeblock wieder zum Stehen zu kommen. Die paar „Gäste“, die es aus dem Block geschafft haben, waren natürlich zahlenmäßig ziemlich unterlegen und so blieb es bei kleineren Rennereien. Letztlich war alles wie erwartet, also ein ziemlich enttäuschender Jahresausklang.

Stadion:

Die Glückauf-Kampfbahn diente dem FC Schalke 04 von 1928 bis 1973 als Heimstätte. Das Gelände wurde von der Firma Mannesmann gestellt und am 1. August 1927 begannen die Bauarbeiten. Das Eröffnungsspiel fand am 2. September 1928 gegen Tennis Borussia Berlin statt. Fast wäre die Kampfbahn nach Fritz Unkel, dem legendären Vereinsvorsitzenden benannt worden, am Ende setzten sich aber die Kräfte durch, die den Stadionnamen eng mit der heimischen Bergbauindustrie verbinden wollten. Nachdem die Schalker wegen unerlaubter Bezahlung von Spielern vom Westdeutschen Spielverband für ein Jahr gesperrt wurden, strömten zum ersten Spiel nach dem Spielverbot 70.000 Zuschauer zum Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf in dieses Stadion. Die heute noch zu bewundernde Haupttribüne wurde 1936 gebaut.

Die Glückauf-Kampfbahn wies bei Kriegsende erhebliche Schäden auf und konnte erst 1946 mit einem Spiel gegen Westfalia Herne wiedereröffnet werden. 30.000 Zuschauer sahen einen 5:0 Sieg. Nur ein Jahr später sahen hier 45.000 Zuschauer eine 0:2 Niederlage im Halbfinale zur Zonenmeisterschaft gegen den Hamburger SV. Bei diesem Spiel gab es viele Verletzte zu beklagen, weil aufgrund von gefälschten Eintrittskarten viel zu viele Zuschauer im Stadion waren. Wiederum nur ein Jahr später kamen sogar 50.000 Besucher zu einem Spiel gegen Borussia Dortmund und wieder gab es eine Vielzahl von gefälschten Eintrittskarten. Diesmal brach eine Betonmauer unter der Last zusammen. 30 Verletzte waren zu beklagen. Bereits hier, also über 20 Jahre vor dem Bau des Parkstadions, gab es Überlegungen im Berger Feld ein größeres Stadion für den FC Schalke 04 zu bauen.

1953 wurde die Haupttribüne um 8.000 Stehplätze erweitert. Im Innern wurde die Geschäftsstelle untergebracht. Als im Jahre 1963 die Bundesliga ihre Taufe erlebte, wurde auch die Glückauf-Kampfbahn weiter ausgebaut. Eine provisorische Stahlrohrtribüne auf der Gegengerade wurde installiert. Im gleichen Jahr wurde auch die Flutlichtanlage eingeweiht. Die beiden letzten Spiele in diesem Stadion wurden 1973 ausgetragen. Der 2:0 Sieg in der Bundesliga gegen den Hamburger SV und wenige Wochen später die 1:2 Niederlage im Intertoto-Cup (vor 4.000 Zuschauern) gegen Standard Lüttich. Am selben Abend (21.07.1973) kündigte Carmen Thomas dieses Spiel mit den Worten an: „Schalke 05 gegen Standard Lüttich!“ an. Erst zwei Wochen später machte die BILD-Zeitung daraus eine große Geschichte.

In den nachfolgenden Jahren verfiel das Stadion. Ende der 80er Jahre wurden dann die Stehtraversen abgerissen und begrünt. Trotz dieser Rückbaumaßnahmen erinnert noch heute die Glückauf-Kampfbahn an die erfolgreichste Zeit des FC Schalke 04. 11.000 Zuschauer dürften laut offiziellen Angaben hier noch rein passen. Aber so viele wird die Zweitvertretung des Vereins nicht mehr anziehen können. 

 

 

 

 

 

Tageskilometer:                  542 km von Essen über Gelsenkirchen nach Berlin mit dem KFZ

Saisonkilometer:           21.642 km (5.900 km Flugzeug, 9.382 Km Bahn, 5.847 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 
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