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                 1. Bundesliga, Saison 06/07, 19.08.06                               

 

   0:1  

 

Alemannia Aachen - FC Schalke 04

 

Aachen, Tivoli (21.300 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

Meine Vorfreude auf dieses Auswärtsspiel war diesmal wesentlich größer als bei anderen Kicks, da es sich zum einen um ein recht schmuckes Stadion handelt und zum anderen, weil es diese Partie in der nächsten Saison wohl nicht mehr geben wird. Die 1 ½ Stunden von Essen bis in die Kaiserstadt vergingen dank des geschwisterlichen Fahrdienstes wie im Flug und beim Parkplatz-Lotto hatten wir trotz Reiter-WM einigermaßen Glück, mag heißen ca. 20 Minuten Fußweg waren noch zu bewältigen. Nacht gut eine Stunde waren wir dann am Gästeeingang und der Blick ins Stadioninnere verhieß nix gutes. Nach allgemeinem Guten-Tag-Sagen sind wir dann rein (Einlasskontrolle ohne Beanstandung, Wasserflasche konnte man sogar behalten) und so einen vollen Block habe ich lange nicht mehr gesehen. Eine Viertelstunde nach Anpfiff habe ich dann aufgegeben und lieber den Geschichten des Kölners von seiner Tour durch das wilde Paselakistan am Bierstand gelauscht.

 

Spiel:

 

Hin gezittert und unverdient gewonnen. Aufgrund der desolaten Sichtverhältnisse im Gästeblock muss an dieser Stelle auf die gewohnt knallharte Spielanalyse verzichtet werden.  

0:1 (53. Min.) Rodriguez

 

Stimmung:

 

Wie immer schwer einzuschätzen, aber ich würde mal sagen Aachen in der Halbzeit überlegen in guter Feierlaune (wobei es wohl auch einige Aussetzer „Wir hassen die Türkei!“ gab) während Schalke erst in Halbzeit zwei, insbesondere nach dem Tor des Tages gut Gas gab.

 

Vereine:

 

Am 10. April 1900 wurde der FC Alemannia Aachen gegründet. Man "gab man sich den Namen Alemannia, der damals die Vertretung des äußersten Westens des Deutschen Reichs betonen sollte." Im Jahre 1919 folgte die Fusion mit dem Aachener TV 1847 zum TSV Alemannia Aachen (1924 spalteten sich die Turner aber wieder ab). Nach dem Krieg spielte die Mannschaft bis zur Einführung der Bundesliga durchgängig in der damals höchsten Spielklasse, der Oberliga. Für die Qualifikation zur Bundesliga reichte es nicht; selbst eine Klage vor einem ordentlichen Gericht brachte keinen Erfolg. Der Aufstieg in die höchste Spielklasse gelang den Aachenern 1967 und dauerte ganze drei Spielzeiten (11. 67/68; Vizemeister 68/69 und Letzter 69/70). In den Folgejahren war der Verein zweitklassig und die ersten finanziellen Probleme wurden bekannt. Nach vielen Versuchen in die Bundesliga zurückzukehren, verließ man schließlich die Zweitklassigkeit Richtung Oberliga. Der Aufstieg zurück in die zweite Bundesliga gelang erst in der Saison 98/99 als Meister der Regionalliga West/Südwest.

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

 

 

Stadion:

 

Der Aachener Tivoli kann getrost als Schmuckkästchen bezeichnet werden. Es ist ein reines Fußballstadion, nicht zu klein, nicht zu groß und kann auf eine lange Geschichte mit vielen spannenden Spielen zurückblicken.

Bereits im Jahre 1908 bekam die Alemannia von der Stadt Aachen den Platz des alten Landgutes Tivoli zugewiesen und baute diesen mit Eigenmitteln aus. Als die Stadt 1925 weitere Gelände zur Verfügung stellte wurde einige Jahre später neben dem „alten“ das neue Spielfeld errichtet (dort steht heute das Stadion). Infolge des zweiten Weltkriegs wurde das Stadion stark zerstört. 1953 folgte ein großer Ausbau. Eine Stehplatztribüne (Würselener Wall) und der Spielertunnel wurden errichtet. Vier Jahre später wurde die Sitzplatztribüne (heißt heute Sparkassentribüne) überdacht und die Flutlichtanlage installiert. Das Fassungsvermögen stieg damit auf 33.200 (davon 2.200 Sitzplätze). 1958 wurden beim Oberliga(West) Spiel gegen den 1. FC Köln viele Zuschauer verletzt, als die Absperrung hinter dem Aachener Wall (die Seite, wo sich heute der Gästeblock befindet), einstürzte. Daraufhin wurden stärkere Zäune und Wellenbrecher eingebaut. 1961 folgte die nächste Ausbaustufe und damit wurde Platz für 42.000 Zuschauer geschaffen. 1968 schließlich musste der Verein das Stadion an die Stadt verkaufen um das Abenteuer Bundesliga zu finanzieren. 1980 wurde die Stehplatzgerade (heute mit dem klangvollen Namen „Aachener und Münchener Tribüne“ ausgestattet) überdacht. Davon wurde vor wenigen Jahren ein bisschen Platz abgezwackt um den „Junior Block“ einzurichten. Im Jahre 2000 entfernte man die alten Sitzbänke auf der Haupttribüne und erneuerte sie mit Schalensitzen in den Farben Gelb und Schwarz auf denen jetzt deutlich der Schriftzug Alemannia Aachen zu erkennen ist.  

 

 

 

Tageskilometer:               124 km mit dem KFZ von Essen nach Aachen

Saisonkilometer:          4.655 km (2.875 km KFZ und 1.780 km mit der Bahn)

zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus)

 

Grüße an alle!

 
 
 

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