[zurück zur Übersicht]

 

        1. Bundesliga, Saison 06/07, 07.04.07            

 

    2:0

FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach

 

Gelsenkirchen, Arena AufSchalke (61.482 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

Tabellenführer gegen Tabellenletzten, das heimstärkste Team gegen die Auswärtsdeppen, Gazprom gegen Erdgas. Da müsste es doch mit dem Teufel zu gehen, wenn da nicht lockerflockige drei Pünktchen einzufahren wären. Dummerweise trat ich die Reise mit einer Handvoll Spreeborussen an, die auch nächste Saison wieder zum Fußball fahren werden, aber eben nicht mehr samstags sondern wohl eher Montags. Beim Umstieg in Bochum war ich aufgrund der Hirnwäsche der kleinen Fohlen dann doch ein wenig verunsichert, schließlich endete die Partie in der letzten Saison auch nur 1:1. Deshalb ging es nach ein paar Kartendeals diesmal recht früh in die Halle der Glückseeligkeit. Sicher ist Sicher!

 

 

Spiel & Stimmung:

 

Dass die allgemeine Tabellensituation nicht gerade Jubelstürme auslöste konnte man an diesem tristen Samstagnachmittag erleben. Jeder ist doch mehr mit sich beschäftigt als das er den Ball ins gegnerische Tor supportet. Anspannung allerorts! Da hatten es die Gladbacher mit ihrem Galgenhumor doch wesentlich leichter und so war es nicht verwunderlich, dass sie gerade im ersten Durchgang tonangebend auf den Rängen waren. Das Spiel begann zunächst einmal schlecht und zwar auf beiden Seiten. Nach zehn Minuten hatten die Gäste die erste Torchance, doch Rafinha rettete. Kurz danach noch ein Lattentreffer, das hätte auch ins Auge gehen können. Eine Viertelstunde später erhöhten die Blauen den Druck und kamen auch prompt zu Torchancen. Kobiashvili ans Gebälk, Asamoah mit dem Kopf und nach einer halben Stunde Özil, der knapp verzog. Letzterer spielte trotz seiner 18 Jahre ganz ordentlich und auch Asamoah konnte nach langer Verletzungspause mit einigen guten Szenen aufwarten. Vor der Pause versuchte sich noch Altintop (Hamit, diesmal nicht ausgepfiffen), doch die Nullen standen zur Pause rechts und links vom Doppelpunkt.

In den zweiten 45 Minuten begannen die Schalker druckvoll. Erst scheiterte wieder Altintop (wieder Hamit, immer noch nicht ausgepfiffen), kurz danach noch mal Özil. Mesut Özil, geboren in Gelsenkirchen, leitete dann aber die Führung mit einer herrlichen Einzelleistung ein. Sein Schuss, von Keller pariert, landet via Kuranyi bei Asamoah, der nur noch abzustauben brauchte. Als Nutellaschnäutzchen das 2:0 köpfte war der 17. Saisonsieg perfekt. Gladbach versuchte zwar noch mal ins Spiel zu kommen, aber bis auf eine brenzlige Situation war das Spiel gelaufen. Im Gegenzug hätte noch ein Törchen mehr fallen können, aber nun gut – Hauptsache drei Punkte.

Tore: 1:0 (56. Min.) Asamoah, 2:0 (71. Min.) Kuranyi

 

Vereine:

 

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

Die Borussia aus Mönchengladbach wurde dagegen bereits im Jahre 1900 als Teutonia Mönchengladbach gegründet. Im gleichen Jahr schloss man sich der Marianischen Jünglings Congregation an (ab 1903 hieß die Fußballabteilung dann FC Borussia Mönchengladbach-Eicken). Im Jahre 1919 folgte die Fusion mit TV Germania Mönchengladbach zum VfTur, welche aber bereits im Jahre 1921 wieder gelöst wurde. Ab da hieß der Verein erstmalig VfL Borussia Mönchengladbach, aber nur bis 1933 (Fusion mit dem SC zum SC Borussia). Diese wurde aber bereits im folgenden Jahr wieder gelöst. Seit 1961 offiziell: Borussia VfL Mönchengladbach. Zwischen 1970 und 1977 fünfmal Deutscher Meister, 1973 und 1995 Pokalsieger und zweimaliger UEFA-Cup Sieger.

 

Stadion:

Die Arena AufSchalke wurde offiziell im Sommer 2001 fertig gestellt und löste damit das Gelsenkirchener Parkstadion als Heimstätte des FC Schalke 04 ab. Das Parkstadion befindet sich neben der Arena und fasste 72.000 Zuschauer (aber nur 22.000 überdachte Sitzplätze). Dort finden fast 61.000 Zuschauer Platz (davon 16.500 Stehplätze). Für internationale Spiele wird durch die Umwandlung der Stehplätze in Sitzplätze die Kapazität auf ca. 52.000 Plätze abgesenkt. Die Arena ist multifunktional und hat über 180 Millionen Euro gekostet. So gab es hier auch noch American Football in Form von Rhein Fire zusehen.

Das Stadion / die Halle hat eine fast quadratische Form mit abgeschrägten Ecken. Das Dach sieht aus wie eine Muschel. Die Plätze werden über mindestens 12 (mehr habe ich noch nicht gezählt) Aufgänge eingenommen. Auffällig in der Arena ist der riesige Videowürfel unter der Decke auf dem die Vorberichterstattung läuft, Spielstände eingeblendet werden und alle 15 Minuten zum Kauf eines Milchspeiseeises aufgefordert wird. Positiv zu bewerten ist sicherlich die einmalige Atmosphäre bedingt durch die Nähe zum Spielfeld und die ungehinderte Sicht auf das Spielfeld. Gegen eine solche Arena spricht, dass es sich um kein reines Fußballstadion handelt und bei schlechtem Wetter eigentlich Hallenfussball geboten wird, denn das – wenn auch lichtdurchlässige – Dach wird bei schlechtem Wetter geschlossen. Der Vorteil der sehr guten „Bier- und Bratwurst“ – Infrastruktur steht der Nachteil gegenüber, dass dort alles mit einer Bezahlkarte (Knappenkarte – clever in Amsterdam abgeschaut) bezahlt wird. So muss man mindestens 5 Euro auf die Karte laden um ein Bier für 2,80 Euro zu bezahlen. Für die Heimfans sicherlich kein Problem, aber nicht gerade gästefreundlich für die anderen.

Die Arena AufSchalke steht auf dem „Schalker Feld“ zwischen den Stadtteilen Erle, Buer und Schalke und ist per Auto gut über die A2 (Ausfahrt Gelsenkirchen Buer) oder die A42 (Ausfahrt Gelsenkirchen-Schalke) zu erreichen. Bei der Anreise mit dem Zug nimmt die Straßenbahn, mit der die Fahrt an Spieltagen manchmal recht lang werden kann. Die Heimfans stehen traditionell in der Nordkurve, die Gästefans hinter Glas in den Blöcken V und W.

Tageskilometer:              1.020 km mit dem Zug von Berlin nach Gelsenkirchen und zurück

Saisonkilometer:          37.086 km (16.768 km KFZ und 12.044 km mit der Bahn und 7.284 km mit dem Flugzeug)

zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus)

Grüße an die Spreeborussen und den Rest vom Schützenfest

[zurück zur Übersicht]