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1. Bundesliga, Saison 07/08, 26.04.2008

 

 

Hamburger SV - FC Schalke 04

  0:1

Hamburg, Arena (57.000 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

Knappe acht Stunden galt es zwischen dem Abpfiff in Dalymount Park und dem Rückflug nach Hamburg zu überbrücken, ein nicht wirklich schwieriges Unterfangen. Die ersten zwei Stunden wurden dann stilecht in den Lokalitäten im Stadioninnern verbracht, wodurch der ursprüngliche Plan, die Nacht in der City zum Tag zu machen und dann mit dem (teuren) Airport-Express zum Flughafen zu kommen hinfällig wurde. Nach angenehmen Gesprächen läutete das Gratis-Guiness (auch in Irland schmeckt dieses Bier scheisse und lagert sich danach wie Blei in der Magengegend ab) den Aufbruch ein und mit ein bisschen Glück erwischte ich noch den letzten und verspäteten Linienbus zum Airport. Mit dem vorher in einem der zahlreichen russischen Shops erstandenen Proviant erreichte ich um halb eins den total überfüllten Flughafen. Die Voraussetzung für eine geruhsame Nacht war also suboptimal und mit Glück (Teil 2) konnte noch ein bequemer Sessel ergattert werden, der mir zumindest für zwei Stunden Asyl bot. Das große Reinemachen verscheuchte aber alsbald die ganzen Gammler und so irrten die Heimatlosen ziellos im dem Gebäudekomplex umher. Wäre ich nicht so kaputt gewesen, hätte der Anblick amüsiert, da all die ganzen guten Pennmöglichkeiten nach und nach geräumt wurden. Die Zeit ging dann doch irgendwie rum und früher als nötig konnte ich dann elektronisch zu meinem Jubiläumsflug (Nr. 50 unterwegs in Sachen Fußball) einchecken. Der AerLingus-Flug nach Hamburg war dank der gerade mal ca. 20 Mitreisenden an Bord so angenehm, dass der dringend notwendige Bedarf an Schlaf nachgeholt werden konnte.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite als Hamburg erreicht wurde und so ging es mit dem öffentlichen Nahverkehr erstmal zum Hauptbahnhof um das Gepäck zu verstauen. Gegen Mittag folgte dann das immer gleiche Bundesliga-Vorprogramm, nämlich stumpfsinnig im stadionnahen Biergarten rumsitzen und dummes Zeug erzählen.

 
Spiel und Stimmung:
 

Bei den Hamburgern gab es einen Aufruf an die Zuschauer, Fahnen mitzubringen um die Schalker in Grund und Boden zu wedeln. Das Meer an Lappen war optisch ganz eindrucksvoll, verfehlte allerdings das Ziel. Nach 90 Sekunden zappelte der Ball bereits im Netz und schuld daran war der Kopf von Kuranyi, dem der Trainerwechsel anscheinend am besten getan hat. Die Blauen präsentierten sich danach wie gewohnt, mag heißen keine Initiative zeigen und den Gegner kommen lassen. Dieser zeigte sich wie in den Wochen zuvor als spielerisch äußerst limitiert, so konnten die drei Punkte eingefahren und der dritte Platz abgesichert werden. Sechs Punkte Vorsprung, Hamburg muss nach Bremen – ist jetzt eigentlich wirklich schwer das Ding noch zu versemmeln. Aber Schalke wäre ja nicht Schalke, wenn…ach, lassen wir das! Die Stimmung im Gästeblock würde ich mal als ganz ordentlich bezeichnen, die auf der anderen Seite wurde kaum wahrgenommen.

Tor: 0:1 (2. Min.) Kuranyi

 
 
 
 
Vereine:
 

Der Hamburger SV wurde am 1. Juni 1889 als Hamburger FC 1888 (!!!) gegründet. Andere Quellen nennen den 1. Juni 1919 als Geburtsstunde des HSV, der Tag an dem sich der Hamburger SV 1888, FC Falke 1906 und SC Germania 1887 zusammenschlossen. Auf jeden Fall übernahm der HSV kurz nach seiner Gründung die Vormachtsstellung im Hamburger Fußball und gab sie praktisch bis heute nicht mehr ab. Nur 1920 platzierte sich der SC Viktoria vor den Rothosen, ein Jahr später aber schon gewann der HSV ungeschlagen die Nordkreismeisterschaft und zog damit zum ersten Mal in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft ein. Bis 1929 spielte der HSV um die deutsche Meisterschaft mit, errang den Titel 1922 (aber nach wochenlangem Hickhack mit dem DFB verzichtete er), 1923 (über Union 06 Oberschöneweide) und 1928 (gegen Hertha BSC). Anfang der 30er Jahre verlor der Hamburger SV mit Einführung der Gauliga kurzzeitig seine Vormachtsstellung in der Hansestadt an den ETV und der SC Viktoria. Erst 1937 qualifizierten sich die Rothosen wieder für die Endrunde zur deutschen Meisterschaft. Nach dem Krieg hatte der HSV nicht nur in Hamburg die Herrschaft, sondern auch in ganz Norddeutschland. Mit Ausnahmen des Jahres 1954 spielte der HSV in jedem Jahr bis zur Einführung der Bundesliga um die deutsche Meisterschaft mit, konnte den Titel aber nur 1960 (3:2 gegen den 1. FC Köln) gewinnen. Seit 1963 trägt der HSV die Bezeichnung „Der ewige Erstligist“, ist er doch einer von fünf Vereinen, die noch nie aus der Bundesliga abstiegen sind, und das als Gründungsmitglied. Die ersten Jahre in der Bundesliga waren eher erfolglos als erfolgreich. Mit Werder Bremen und Eintracht Braunschweig wurden zwei Vereine aus dem Norden deutscher Meister, die dem HSV in den 50er noch deutlich unterlegen waren. Aber mit dem Pokalsieg 1976 begann wieder eine sehr erfolgreiche Zeit, die eng mit dem Namen Ernst Happel verbunden war: 1977 Europapokalsieger der Pokalsieger, 1979 Deutscher Meister, 1982 Deutscher Meister, 1983 Deutscher Meister und Europapokalsieger der Landesmeister.

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

 
Stadion:
 

Der Vorgänger der AOL-Arena, das Volksparkstadion, wurde 1953 eröffnet (von 1925 bis 1951 stand an gleicher Stelle das Altonaer Stadion). Es hatte 75.000 Plätze (davon 20.000 Sitzplätze) und bot dem HSV für viele Jahre eine Heimat. Hier fand 1974 auch das Gruppenspiel der WM zwischen der BRD und der DDR statt. 1998 folgte dann der Abriss.

Die AOL-Arena wurde im Jahre 2000 fertig gestellt und hat ein Fassungsvermögen von 55.000 (alle Plätze sind überdacht - 10.000 Stehplätze) Zuschauern. Es ist halb Neubau und halb Umbau des Volksparkstadions. Das Spielfeld ist um 90 Grad Richtung Nord gedreht worden. Die Fans der Heimmannschaft stehen im unteren Bereich der Nordtribüne, die Fans der Gäste zwischen Süd- und Westtribüne. Die restlichen Plätze sind alles Sitzplätze. Die jeweiligen Tribünen sind in drei Ebenen (C oben, B Mitte und A unten) eingeteilt.  Die Arena ist ein reines Fußballstadion und hat keine Laufbahn. Rein optisch betrachtet, wirkt die Arena groß und rechteckig mit klaren Anordnungen der Tribünen und Aufgängen.

 
 

Tageskilometer:             1.073 km Flug von Dublin nach Hamburg und 285 km Bahn von Hamburg nach Berlin

Saisonkilometer:          55.481 km: (34.822 km Flugzeug, 9.319 km KFZ, 9.683 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug)

Grüße an alle

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