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Landesliga Bayern Mitte, Saison 08/09, 26.10.2008

 

ASV Neumarkt – SSV Jahn Regensburg II

1:2

Neumarkt, ASV-Sportzentrum (200 Zuschauer)

 

Praktischerweise gab es direkt an meinem Hotel eine Art Wurstbude, die erstaunlich viele Rapidler anzog. Spezialität des „Hauses“ waren Käsekrainer (bzw. Krainer Wurst oder Kranjska klobasa) in allen Modifikationen und so wanderte eine Variante mit Curry nebst einer lokalen Brauereiköstlichkeit in meinen Wanst. Mit zwei sehr kommunikativen einheimischen Geschöpfen konnte das Spiel und vor allem das grün-weiße Fansein aufgearbeitet werden. Aktuell regt sich die grün-weiße Fanszene über die Behandlung der Sponsoren seitens des Vereins auf. Von verschandelten Wappen und von Umbenennung der Tribünen war die Rede, wobei eine gewisse Kommerzialisierung im Profisport akzeptiert wird, aber es laut den beiden Kollegen gilt klare Grenzen aufzuzeigen. Aber dass der SK Rapid gerade in dem von Sponsorennamen verseuchten Österreich eine Sonderstellung einnimmt ist bekannt. Schon fast beneidenswert. So verging die Zeit bis zur Schließung der Bude (was allerdings nicht wirklich spät war) wie im Fluge und noch vor Mitternacht ergab ich mich der Müdigkeit und Kälte und schlüpfte alsbald unter das Laken.

Nach traumlosem Schlaf und sehr geilem Frühstücksbuffet ging es „zurück“ zum Westbahnhof um dort den ICE gen Regensburg zu besteigen. Aber nix mit ICE, sondern Regionalexpress (heißt in Österreich übrigens Wiesel) war angesagt, da die Schnellzugvariante gerade beim Radreifenwechsel war. Der Zug war vorne rappelvoll und hinten total leer, was die Fahrt nicht ganz so grauselig machte. Eine Speisewagen-Angestellte der Deutschen Bahn war sozusagen auf Leerfahrt, weil das listige Wiesel keinen Speisewagen mit sich führte und die erklärte nicht nur den Irrwitz ihres Arbeitgebers, sondern auch die Tipps und Tricks der ganzen schlauen Fahrgäste. Irrsinn ist z. B., dass der ICE in Passau seine Fahrt beendet, die Servicekräfte aber gut 3 ½ Stunden weiter zur Übernachtung nach Wien fahren müssen und am nächsten Morgen die gleiche Strecke wieder zurück und dass nur, weil das Hotel in Wien vom Arbeitgeber schon vorgebucht war. Der Trick der ganz schlauen Fahrgäste besteht darin, sich auf Kosten von Herrn Mehdorn verköstigen zu lassen und bei der Rechnung dreist einen 500-Euro-Schein zuzücken, der in 99% der Fälle nicht gewechselt werden kann. Dumm allerdings, wenn man versucht den Trick täglich bei ein und derselben Person abziehen. Aber ich schweife ab.

Der Anschlusszug von Regensburg nach Neumarkt in der Oberpfalz stand schon bereit und pünktlich wie die Maurer erreichte ich die Stadt, die seit der letzten Landtagswahl von einer freien Wählergemeinschaft regiert wird. Um zum Sportplatz es ASV 1860 zu kommen, muss man sich nach rechts orientieren und parallel (aber nicht überqueren!) zur Bahnstrecke laufen. Eine Stunde vor Spielbeginn war noch rein gar nix los und so konnte ich die erste Eintrittskarte des Tages lösen. Ja, das Leben kann schon verflucht spannend und schön sein. Und um diesem Trend zu folgen entschied sich der Schmierfink dieser Zeilen jetzt alles auf eine Karte zu setzen und ließ sich was total Sensationelles einfallen. Ich ging also in Vereinsheim, bestellte ein Bier plus Leberkäse mit Spiegelei und knüpfte erste zarte Kontakte zur Neumarkter Bevölkerung.

Punkt 15:00 Uhr erfolgte der Anpfiff der Partie und den rund 200 Zuschauern wurde seitens der Heimelf eine etwas dürftige Leistung angeboten. Trotz zwischenzeitlichem Ausgleich waren die Gäste hochüberlegen und verdienten sich die drei Punkte redlich.

Tore: 0:1 (25. Min.) Güral, 1:1 (75. Min.) Hawa, 1:2 (85. Min.) Güral

 
 
 

Stadion:

Eine immerhin überdachte Haupttribüne mit integrierter Sprecherkabine kann der ASV Neumarkt sein Eigen nennen. Auf der anderen Seite gibt es ein paar Stufen, auf die ein paar rote Sitzschalen genagelt wurden. Rechts und links kann man dazu noch erhöht stehen. Hinter den Toren gibt es außer Gestänge mit Werbebanden nix.

 
 

Tageskilometer:              1.010 km mit der Bahn von Wien über Neumarkt/Oberpfalz nach Berlin

Saisonkilometer:          30.525 km: 8.576 km Flugzeug, 20.063 km Bahn, 1.766 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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