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3. Liga, Saison 08/09, 13.12.2008

 

VfR Aalen - SpVgg Unterhaching

2:3

Aalen, Waldstadion (2.140 Zuschauer)

 

Samstagmorgen, 5:30 Uhr, die Kaffeemaschine verrichtete ihren Dienst um den müden Geist ob der wenigen Stunden Schlaf wach zu bekommen, da fiel der Blick auf das Kalenderblatt. „Mir ist es winterlich im Leibe, ich wünschte Schnee und Frost auf meiner Bahn“ (Johann Wolfgang von Goethe) stand da geschrieben. Das passte und wenn es nicht gepasst hätte, stünde hier auch etwas anderes. Schnee und Frost auf der Bahn würden mir zumindest die Nackenhaare zu Berge stehen lassen, aber auch die letzte Bastion der Verweigerung des Fortschritts wurde vor wenigen Tagen eingerissen. Nicht von mir, sondern von dem feenhaften Wesen namens Gattin, die vor wenigen Tagen ihre Drohung wahr machte und das gemeinschaftliche Gefährt mit Winterreifen ausstatten ließ. Jetzt musste ich mich in diesem hohen Alter noch auf ein gänzlich anderes Gummigemisch umstellen und dafür den Fahrspaß missen. Um 06:30 Uhr mit drei weiteren Anhängern (Freddy, Nils, Ronnie) königsblauer Fußballkünste an Bord ging es dann auf in Richtung Schnee und Frost. Ab Leipzig begleitete uns die winterliche Landschaft und am Zielort in Aalen, der größten Stadt im Ostalbkreis, war alles nur noch ganz in Weiß gekleidet. Da bis zum Anpfiff noch satte zwei Stunden Zeit waren, überbrückten wir diese Zeitlücke im Restaurant Eichenhof, einem piekfeinen Ding mit Stern und Gruß aus der Küche. Allach Boy und Sendlinger waren auch da und damit war die lustige Runde komplett.

 
 

Da der Gästeblock heute wegen des Schnees gesperrt war, wurden die Unterhachinger auf die Gegengerade verfrachtet und so wählten auch wir diesen einigermaßen günstigen Block. Zu Beginn des Spiels standen dort 30 Unentwegte die auswärts immer dabei sind und unterstützen den Bob- und Fußballverein nach besten Kräften. Das Spiel war zwar nicht hochklassig, aber zumindest unterhaltsam. Nach einer halben Stunde stand es 1:1 und kurz vor der Halbzeit gingen die Gäste per Strafstoß wieder in Führung. Nicht mehr ganz so flott ging es im zweiten Durchgang weiter, wobei die Schlussphase noch richtig turbulent wurde. Ein herrlicher verwandelter Freistoß bedeutete das 2:2 und praktisch im Gegenzug zeigten sich die Fußballgötter einsichtig. Bei jeden Fußballspiel gibt es mindestens einen Spieler auf dem Platz den man zum Oberidioten erklärt (außer natürlich wenn sie in schwarz-gelb auflaufen, dann gibt es gleich 11 davon) und den man von Minute zu Minute mehr hasst. Mein Oberidiot war der Aalener Torhüter und als dieser fünf Minuten vor dem Ende einen Abstoß vor die Füße eines einsamen Hachinger Stürmers ballerte, gingen all meine Wünsche in diesem Spiel in Erfüllung. Bester Spieler auf dem Platz war Herr Fink, der alle Tore für die Gäste erzielte. Etwas jämmerlich anzuschauen – und zu hören ist der Aalener Fanblock. Ein Befehlsgitter mit ein paar Holzstufen ist auf der Hintertorseite vorzufinden und da wundert es nicht, dass hier kaum Stimmung aufkommt.

Tore: 0:1 (7. Min.) Fink 1:1 (30. Min.) Stickel, 1:2 (40. Min.) Fink 2:2 (85. Min.) Okic, 2:3 (86. Min.) Fink

 
 
 
 
 

Stadion:

Zwei überdachte Längsseiten hat das Waldstadion, welches aktuell einen ekeligen Sponsorennamen trägt, zu bieten. Die Haupttribüne ist etwas kleiner und auf Stelzen gebaut, während die Gegenseite sehr viel moderner und damit auch architektonisch wesentlich langweiliger ist. Auf der einen Hintertorseite gibt es einen klassischen Stehplatzblock über dem die neue digitale Anzeigetafel prangt. Die andere Hintertorseite, die von den Heimanhängern frequentiert wird, ist dagegen sehr schlicht gestaltet. Eine kleine mobile (drei Stufen) Zusatztribüne sieht eher wie ein Provisorium aus.

 
 
 

Tageskilometer:                 555 km von Berlin nach Aalen

Saisonkilometer:          38.609 km: 12.371 km Flugzeug, 23.309 km Bahn, 2.709 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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