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Kreisliga Mannheim, Saison 08/09, 14.12.2008

 

FV 03 Ladenburg - SV 98/07 Seckenheim

7:1

Ladenburg, Römerstadion (ca. 50 Zuschauer)

 

Das nächste Etappeziel hieß Bammeltal (oder so), ein kleines Nest südöstlich von Heidelberg. Der dort beheimatete FC Viktoria spielt immerhin in der Landesliga Rhein- Neckar, nur eben nicht an diesem Wochenende, und spätestens jetzt weiß der Leser dieses Kaff auch geographisch einzuordnen. Der Weg führte über die A6 und diese wichtige Autostrada mussten wir an der Anschlussstelle Sinsheim, direkt gegenüber dem neuen Protzbau der TSG Sinsheim-Hoffenheim, verlassen. Gegen 18 Uhr erreichten wir Bammelhausen und auf den ersten Blick zeichnete sich ein erschütterndes Bild ab und beim zweiten waren wir schon wir raus aus dem Nest. Meister Stolle dirigierte uns in die einzige Kneipe dieser Ansiedlung und nachdem man uns mit dem Rest der Bevölkerung bekannt gemacht hatte hieß es schon wieder Abschied nehmen. Stolle’s Bruder und Schwägerin stellten für acht (!!!) Schalker Betten bereit und dies erst- und letztmalig (meine Vermutung, da allein das Frühstück ein mittelgroßes Loch in die Haushaltskasse gesprengt haben dürfte). Nach kurzem Ausladen ging es für mich erstmal alleine weiter, da ich mich gegen das kollektive Sturzbesäufnis in Heidelberg entschied und dafür lieber einer Sportveranstaltung in der Nähe (ca. 120 km einfache Strecke) besuchen wollte. Jetzt kommt ein kleiner Sprung, gewisse Peinlichkeiten gehören nicht in die Öffentlichkeit, und gegen Mitternacht war ich dann doch in Heidelberg um zumindest meine Mitfahrergruppe einigermaßen heile ins Bettchen zu bringen. Der kürzeste Weg von Heidelberg nach Bimmelbahnhausen führte über den legendären Boxberg und verursachte bei den Mitfahrern ein kollektives Hosenscheissen. Eine bizarre Landschaft verbunden mit einsetzendem Schneefall stellte höchste Anforderungen an den Fahrer, der dem Sensenmann ein Schnippchen schlagen konnte. Im Bettenlager angekommen verzögerte sich das Unternehmen „zeitig ins Bettchen gehen“ erheblich und brachte zu später Stunde die Erkenntnis, dass Grappa mit einem Schuss Cola scheisse schmeckt.

Dank zweier Schnarchsäcke war an Schlaf nicht zu denken und total gerädert ging es an diesem sonnigen Sonntagmorgen und letztem Spieltag der Hinrunde in die Vertikale. Bevor die Karawane weiter zog stand das kollektive Plündern sämtlicher Vorräte unserer Gastgeber auf dem Programm. Zwar immer noch total übermüdet, dafür aber mit vollem Wanst, hieß es Abschied von Bimmelmannshausen Lebewohl sagen. Nach den positiven nächtlichen Erfahrungen fuhren wir unsere neue Lieblingsstrecke über den Boxberg noch mal ab und mussten dabei leider feststellen, dass sich der adrenaline Kick nicht mehr wiederholte. Gemächlich fuhren wir anschließend nach Ladenburg, einer fast 2.000 Jahre alten Stadt und fast direkt neben Mannheim gelegen. Die Heimstätte der beiden Ladenburger Fußballvereine (LSV & FV 03) hatte den klangvollen Namen Römerstadion und wurde nur deshalb als Aufwärmkick auserwählt. Beide Vereine kicken in der Kreisliga Mannheim, nach grober Schätzung also die 8. Liga, und während der reiche Verein LSV ganz vorne in der Tabelle steht, dümpelt Ladenburgs Arbeitverein FV 03 in der Niederungen der Kreisliga rum. Heute gab es noch einen kompletten Spieltag und zu Gast war der Tabellenletzte SV 98/07 Seckenheim, der letztes Jahr noch in der Landesliga spielte und dort immerhin ganz vier Punkte einsammeln (Torverhältnis 21:134) konnte. Da wir recht zeitig vor Ort waren durften wir noch die Bekanntschaft mit den Eltern des Heimtrainers machen, die uns so manche pikante Details über den Ladenburger Fußball erzählten.

Um 14 Uhr war es dann soweit: Schwatz-Gelb (Ladenburg) gegen Blau-Weiß (Seckenheim). Es war natürlich klar, dass trotz des sympathischen Umfeldes unsere Fußballherzen ganz den Gästen aus Seckenheim gehörten, die im Glauben eines sicheren Sieges vorsichtshalber mit nur einem Reservespieler anreisten. Es war aber auch klar, dass Blau-Weiß (wenn auch knapp) verlor.

 
 
 

Stadion:

Das Römerstadion ist, wie der Name schon sagt, nach dem berühmten Fußball Robert Römer (Hallescher FC, FSV Zwickau und VfB Pößneck) benannt. Neben einem ganz ansehnlichen Eingangsbereich (Vorsicht, manchmal lässt der Kassierer die Eintrittskarten zu Hause liegen) verfügt der imposante Bau auf einer Seite drei recht beachtliche Steinstufen.

 
 
 

Tageskilometer:                 202 km von Aalen nach Ladenburg

Saisonkilometer:          38.811 km: 12.371 km Flugzeug, 23.309 km Bahn, 2.911 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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