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DFB-Pokal, Saison 09/10, 02.08.2009

 

VfR Wormatia 08 Worms – SpVgg Greuther Fürth

0:1 n. V.

Worms, Wormatia-Stadion (4.828 Zuschauer)

 

Ähnlich schlecht an das Schienennetz der deutschen Bahn angebunden wie Heilbronn ist eine der ältesten (wenn nicht die Älteste) Städte Deutschlands. Von Berlin kommend muss man ab Frankfurt (Hessen) über Mannheim (Baden-Württemberg) und KKW-City Biblis (wieder Hessen) nach Worms (Rheinland-Pfalz) anreisen. Ab Frankfurt hatte ich zumindest Gesellschaft in Person Benno und Micha, ihres Zeichen Fußballnostaliger und Pilsbiertrinker. Vom Wormser Bahnhof läuft man ca. 20-25 Minuten zum Wormatia-Stadion und da wir recht früh unterwegs waren, luden wir uns bei den bekanntesten Publizisten der Stadt  ein. Die Brüder Matthias und Stephan B. veröffentlichten vor ein paar Jahren die Novelle „VfR Wormatia 08 Worms“ und versorgen heuer Dahergelaufene mit Grill- und Pilsspezialitäten in ihrem Vorgarten. Nach soviel Labsal rückte der großartigste Sport wo gibt in den Mittelpunkt und nach wenigen Gehmetern standen wir vor den Toren des 1927 eröffneten Wormatia-Stadions. Das Schmuckstück des Areals war die so genannte „blaue Tribüne“, ein Holzbau mit rotem Dach. Später wurde dieses Konstrukt umgebaut und u. a. mit ein paar unüberdachte Sitzreihen davor ausgestattet. Einziges Manko waren die breiten Dachträger, die von vielen Plätzen die Sicht aufs Spielfeld unmöglich machten. 1978 wurde die alte Konstruktion abgerissen und durch eine moderne Variante ersetzt. In den Folgejahren wurde an dem Stadion weiter rumgewerkelt und die letzten Umbaumaßnahmen fanden erst vor gut einem Jahr mit der Qualifikation für die Regionalliga ihren Abschluss. So wurde die Gegengerade mit den seit 1939 dort existierenden Stufen komplett abgerissen und durch neue Betonteile und Wellenbrecher ersetzt. Der Gästeblock musste verkleinert werden und die restlichen Stehplätze in den Kurven und die vor der Haupttribüne sind heute nicht mehr zugänglich bzw. nicht existent. Unter der einzigen Überdachung des Wormatia-Stadions mussten die Schalensitze ausgetauscht werden und seitdem ist auch der Name der Stadt hier mehr schlecht als recht verewigt. Rechts und links davon gibt es noch jeweils 500 unüberdachte Sitzplätze die heute zu der bizarren Situation führten, dass man noch Karten für die teuren Sitzplätze hätte erwerben können, während die Stehplätze ausverkauft waren.

Die altehrwürdige Wormatia kloppte Mitte der 60er Jahre an die Pforte zur Bundesliga, verlor aber gleich das erste Aufstiegsmatch gegen die Borussia aus Mönchengladbach, die bekanntlich damals aufstieg. Ein paar Jahre später produzierte der Club ein weiteres Mal bundesweite Schlagzeilen, als er im Zuge finanzieller Probleme mit der ersten Trikotwerbung für einen Baggerhersteller im deutschen Fußball auflief. Aber die Oberen des deutschen Fußballbundes setzten das Werbeverbot durch.

Die bereits erwähnten Herren Schriftsteller sicherten sich im Vorverkauf genügend Stehplatzkarten und die letzte ging an Meister Z. von der größten Müllkippe an der Ruhr. Der Heimanhang präsentierte auf der Gegengeraden ein Intro aus Fahnen und Fähnchen, während der Gästeblock, gefüllt mit ca. 400 Leutchen, eine Zettelchoreo in Grün-Weiß und ein Spruchband zum Thema Treuegelöbnis hochhielt. Das Spiel wurde in den ersten 30 Minuten von den Gästen dominiert, verflachte dann aber zusehends und brachte zum Ende der normalen Spielzeit die Hausherren immer besser ins Spiel. Kämpferisch vorbildlich gab es einige sehr gute Möglichkeiten noch in der regulären Spielzeit für eine Überraschung zu sorgen. In der Verlängerung waren beide Teams wieder ebenbürtig und die Gäste hatten am Ende Glück, als eine kleine Nachlässigkeit bestraft wurde.

Tor: 0:1 (119. Min.) Allagui

 
 
 
 

Tageskilometer:                1.416 km mit der Bahn von Berlin nach Worms und zurück

Saisonkilometer:               8.246 km KFZ (3.196 km Flug, 3.498 km Bahn, 1.552 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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