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1. Bundesliga, Saison 09/10, 07.11.2009

 

FC Bayern München – FC Schalke 04

1:1

München, Arena (69.000 Zuschauer, ausverkauft)

 

Der letzte Ausflug zur Arena in der Pampa lag gar nicht so lange zurück und wurde mit einem kleinen Abstecher nach Tschechien kombiniert. Warum ändern, was sich bewährt hatte! Die übliche Stammbesatzung (Ronnie, Nils und Freddy) nahm am Samstagmorgen auf den vom Urlaub schwer gezeichneten Sitzen Platz und als ob es nix anderes zu erzählen gab, drehte sich wieder alles um das geschmacklich herausragend zubereitete Menü auf meinem MP3-Player. Da half auch das ganze Rumgejammer nicht, ich musste mich damals in der Schule auch durch Goethes Faust und (noch schlimmer) Fontanes Effi Briest kämpfen. Und geschadet hat es nur bedingt! Damit war der Kulturauftrag erfüllt und nach fünf ansonsten ereignislosen Stunden erreichten wir das Wohngebiet, welches dem KFZ einen kostenlosen Parkplatz verschaffte. Am bekannten Tennisclub warfen wir noch einen kleinen Happenpappen ein, ehe wir die letzten Meter (gefühlte Kilometer) zum Eingangsbereich in Angriff nahmen. Ganz entspannt passierten wir die Ordnungskräfte, die unterstützt von der staatlichen Schutzmacht ihren Job routiniert erledigten. Mehr als eine Stunde galt es noch zu überbrücken und da die Herren Mitfahrer ganz schnell in den Block wollten, war eine temporäre Trennung von Nöten. Ich stattete noch der komischen Fankneipe, die eingelassen zwischen dem ersten und zweiten Rang ihr Dasein fristet, einen Besuch ab und schlug die Zeit mit Zweitligafussball auf der Großbildschirmleinwand und ein paar Kommunikationsversuchen mit ein paar bekannten Nasen und Näsinnen tot. Um fünf vor Anstoß verließ ich die gastlichen Räume und kletterte zur Spitze des bajuwarischen Palastes empor.

Der Startrainer zauberte mit Joel Matip ein neues Juwel aus seiner reichhaltig gefüllten Schatulle und so manch einer des königsblauen Anhangs wusste wenig bis gar nix mit dem Namen anzufangen (obwohl er schon seit der U17 im Verein ist). Die Blauen starteten gut in die Partie, ließen sich aber mit zunehmender Spieldauer die Butter von Brot nehmen. Die Führung der Bayern resultierte aus einem Querschläger und war mehr als unglücklich. Bayern blieb am Drücker und hatte zwei weitere dicke Chancen die aber ungenutzt blieben. Kurz vor der Pause war es dann Magaths neustes Juwel, der geschmeidig mit seinem Köpfchen kurz vor der Pause das 1:1 erzielte. In den zweiten 45 Minuten stand Schalke fast nur noch hinten drin und sicherte sich so den Punkt, der wie ein Sieg gefeiert wurde. Stimmung heimseitig war nicht vorhanden (dafür gab es zum BGH-Urteil einiges zu lesen), auf der blauen Seite gerade im zweiten Durchgang ganz ordentlich. Aufgrund des obligatorischen Megaphonverbots ist es natürlich auch schwierig, alle insbesondere den zweiten Rang mit in den Support einzubeziehen. Über weite Strecken gelang dies aber zumindest im zweiten Durchgang. Nach Spielende kam es zu kleineren Tumulten im Gästeblock, da sich die geheime Staatspolizei Bayerns ein Banner zu eigen machen wollte, welches an die ehemaligen Kollegen aus der Deutschen Demokratischen Republik (mit dem Zusatz 2.0) erinnerte.  Immer die gleiche Leier!

Tore: 1:0 (31. Min). van Buyten, 1:1 (43. Min.) Matip

 
 
 
 
 

Stadion:

Schlappe 340 Millionen Euro hat die Allianz-Arena gekostet und sie gehört zu gleichen Teilen dem TSV 1860 München und dem FC Bayern München. Standort dieser neuen Spielstätte ist Fröttmaning und damit ziemlich abseits irgendwelcher Amüsiermöglichkeiten. Außer ca. 10.000 Parkplätzen und einer nicht gerade nahe gelegen U-Bahn-Station gibt es hier nur plattes Land.

Die offizielle Zuschauerkapazität liegt bei 69.000 (bei Umbau der Steh- in Sitzplätze 66.000) Plätzen, die sich wie folgt aufteilen: 20.000 im Unterrang, 24.000 im mittleren Rang und 22.000 im Oberrang. Wobei, wie gesagt, die Kapazitäten schwanken. Dazu kommen noch mal 2.200 Businessseats und 400 Presseplätze. Für die Konsumenten gibt es 28 Fress- und Trinkbuden, zwei restaurantähnliche Stätten und sage und schreibe 550 WC-Kabinen. Lange Schlangen wie in ähnlichen Etablissements haben sich zumindest nicht gebildet. Auch die Wartezeiten an den Kiosken waren erfreulich kurz, kürzer zumindest als in Gelsenkirchen. Kulinarisch waren die dort feilgebotenen Waren allerdings nicht sonderlich empfehlenswert und dazu noch ziemlich teuer. Auch das Bezahlsystem erinnert an ähnliche Sportarenen, denn auch hier muss man sich Guthaben auf eine Chipkarte laden, um damit im Stadion bezahlen zu können. Der Restbetrag kann nach dem Spiel wieder in Bares umgetauscht werden. Der Baubeginn war im Oktober 2002 und die Bauzeit betrug weniger als drei Jahre. Mal abgesehen von der ziemlich beschissenen Lage und der damit verbundenen mühsamen An- und Abreise ist die Allianz-Arena so schlecht nun nicht. Das Innenleben ist nüchtern und praktisch und die Sicht selbst vom Oberrang aus noch ganz gut. Sehr positiv zu bewerten sind die zahlreichen und zumeist recht freundlichen Ordnungskräfte sowie die Bewegungsfreiheit gerade für die auswärtigen Fans. Was der Arena fehlt, was letztlich aber allen Arenen fehlt, ist das gewisse Etwas. Sie wirkt doch ein bisschen steril und man sucht vergeblich optische Reize. Aber nun gut, das sind die Stadien der Neuzeit. Wer noch schöne alte Haupttribünen mit Holzbänken sucht, der wird sie in den Oberligen oder im Ausland finden.

 

Tageskilometer:                      582 km von Berlin nach München

Saisonkilometer:               28.023 km KFZ (3.196 km Flug, 15.672 km Bahn, 9.155 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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