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1. Kreisklasse B Göttingen, Saison 2010/2011, 15.08.2010

 

Bovender SV II - Sparta Göttingen II

2:2

Bovende, Stadion am Südring (2 Zuschauer)

 

Die Katze von Bovende!

22:30 Uhr in Elversberg, was nun? Meister Zumsel konnte überredet werden ein paar Kilometer Umweg in Kauf zu nehmen und mich an der S-Bahn-Station in St. Ingbert zu entsorgen. Das ist zwar auch nicht viel besser als Elversberg, aber die Metropole Kaiserslautern war so noch erreichbar. Später tröpfelten noch ein Leverkusener und ein Rostocker am Bahnsteig ein, die augenscheinlich ebenso wenig hierhin gehörten wie ich. Zu dritt nahmen wir die S-Bahn nach Kaiserslautern und nach kurzem Umstieg  weiter die nach Mannheim. Die Fahrt war ganz relaxt bis an irgendeiner Gießkanne lauter betrunkene Menschen die entspannte Fahrt beendeten. Nach kurzer Nachfrage welches Großereignis jenseits dieser S-Bahn-Linie stattfand bekamen wir als Antwort Weinfest in Dingenskirchen (den exakten Namen habe ich mittlerweile vergessen). „Was macht man auf einem Weinfest?“ war unsere fast logische Anschlussfrage und auch drauf bekamen wir eine Antwort: „Wein und Wasser bestellen, dies erst zusammen – und dann runterkippen!“ So, so – und bevor wir das konsequente „Why?“ hinterher schoben bekamen wir die wertvolle Info, dass die Weiber richtig schnell betrunken werden. Na, jetzt hatte so ein Weinfest für uns auch einen Sinn. In Mannheim lösten sich die besoffenen Weiber mit diversen Kerlen im Arm ziemlich schnell in Luft auf und wir durften hier noch 90 Minuten ausharren ehe unser ICE gen Norden eintraf. Im einigermaßen leeren ICE trennten sich auch unsere Wege, da man als Einzelkämpfer mehr Chancen hatte sich ein nettes Plätzchen für eine waagerechte Schlafposition zu ergattern.

Bis zum Umstieg in Doofmund war der Schlaf ausreichend und via Hannover erreichte der Zug pünktlich um 10:15 Uhr Göttingen, wo mich der bekloppte Schlachter in Empfang nahm. Eigentlich wollten wir gemütlich frühstücken, aber fürsorglich wie er nun mal ist, hatte er noch einen Vormittagskick in Bovende („eine Gemeinde mit hohem Wohn- und Freizeitwert vor den Toren der Universitätsstadt Göttingen“) in petto. Als wir dort ankamen lief das Spiel schon, obwohl der Chronometer 10:30 Uhr anzeigte. Ein Mann hinter der grünen Geldkassette versicherte uns aber, dass gerade erst angepfiffen wurde, wir noch nix verpasst hätten und damit auch die zwei Euro (pro Person) Eintritt fällig wären. Wir sollten die einzigen zahlenden Zuschauer dieses Kreisklassekicks gewesen sein. Das Stadion verdient sich seinen Namen. Eine kleine überdachte Tribüne und ringsherum Wälle auf denen man hätte stehen können. Auch wenn es am Anfang nicht danach aussah, wir wurden Zeuge eines denkwürdigen Spiels. In der ersten Halbzeit passierte bis auf ein paar Fouls der übleren Sorte nicht viel. Im zweiten Durchgang gingen erst die Gäste durch einen ziemlich kuriosen Elfmeter in Führung. Ein Schuss aufs Tor, der Keeper wehrte zur Ecke und alle Spieler nahmen Aufstellung um das Geschoss zu verwerten bzw. weg zuhauen. Aber der Schiedsrichter stand mitten im 16er und zeigte einen Elfmeter an, der dann auch sehr zur Freude von Sparta’s Zweiter verwandelt werden konnte. Nach der Führung ging es weiter wie bisher und im Prinzip ließen sich die Feldspieler in drei Klassen einteilen: 1. da waren die schnellen Spieler, die aber mit dem Ball nix anzufangen wussten. 2. da waren die technisch durchaus versierten Spieler, aber die so langsam waren wie meine Oma und dann 3. der mehrheitliche Rest, der rein gar nix konnte (Ausnahme: Mitspieler, Gegenspieler und Schiedsrichter anbrüllen). In den letzten 20 Minuten, als beide Teams konditionell merklich abbauten, kam es noch zu einigen netten Wortwechseln. Exemplarisch: Spieler A Rot auf dem Platz zu Spieler B Rot auf der Auswechselbank: Warum machst Du Dich nicht warm, ich muss raus! Darauf Spieler B zu A: Hast Du schlecht geschissen?) Er machte sich also warm und prompt fing sich Sparta (Rot, was sonst) den Augleich. Es folgten der taktische Wechsel und der vermeintlich letzte Angriff im Spiel, da die Uhr doch schon sehr weit vorangeschritten war. Es kam wie es kommen musste, Sparta trägt den Ball nach vorne und der Torhüter des SV (von uns liebvoll die Katze von Bovende genannt) flog wieder wie ein Weltmeister durch den Strafraum und fischte anschließend die Kugel aus dem Netz. Anstoß, alle Spieler rannten in den Strafraum von Sparta, inklusive der Katze. Ecke! Der Ball kam eigentlich viel zu kurz, dennoch erwischte die Katze den Ball und köpfte ziellos den Ball, den Sparta’s Torhüter nur unzureichend abwehren konnte und im Nachschuss versenkte die Katze dann die Murmel im Gehäuse. Ein Jubel, ein Spaß, ein Gefluche – herrlich, so muss Amateurfussball sein. Es folgte der obligatorische Tumult nach Abpfiff und wir lachten noch Stunden später über diese Veranstaltung.

 
 
 
 

Tageskilometer:                           883 km (davon von 10 km mit dem KFZ) Bahn von Elversberg nach Göttingen

Saisonkilometer:                    13.797 km (1.478 km Flugzeug, 2.534 km KFZ, 9.785 km Bahn) 

zum Vergleich 09/10: 59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)