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Bezirksklasse Leipzig 1. Staffel, Saison 10/11, 19.03.2011

 

 SV Chemie Böhlen - Roßweiner SV 

2:1

Böhlen, Stadion an der Waldstraße (70 Zuschauer)

 

Nebenplatz

In einem Anfall plötzlicher Spontaneität (Pleonasmus in Perfektion) sollte die altehrwürdige Jahnbaude in Böhlen (offiziell Böhlen b. Leipzig) mit einem Besuch beehrt werden. Dieses Vorhaben lief zunächst planmäßig an und nach kurzem Umstieg in Leipzig erreichte ich um die Mittagszeit den Ort, der augenscheinlich untrennbar mit der chemischen Industrie verbunden ist. Trotz Sonnenschein und Wochenende war auf den Straßen Böhlens nicht viel bzw. eigentlich gar nix los. Ein älterer Herr wurde dann aber doch gesichtet und der konnte meine Frage nach dem Standort der Jahnbaue auch gleich positiv beantworten. Im Prinzip hält man sich hinter dem Zebrastreifen halbrechts, durchquert erst ein kleines Wohngebiet und hinter einer eingleisigen Bahnstrecke erblickt man schon die Jahnbaude. Die Parkplätze waren alle besetzt, nur beim Blick auf das satte Grün des Platzes kam ob des Fehlens der sonst üblichen Kreidemarkierung Verwunderung auf. Ein anwesender Sportskamerad konnte diesen Umstand plausibel erklären: Das Spiel des SV Chemie Böhlen gegen den Roßweiner SV wird im Waldstadion (richtigerweise Stadion an der Waldstrasse) stattfinden. Eine Wegbeschreibung zu dem ominösen Stadion hatte der Gute auch parat: „Einfach unter der Bahnbrücke und dann auf dem Damm entlang.“ Der Weg dorthin war durchaus malerisch, rechts und links des Wegs gähnende Leere und über den Spaziergängern kreiste ein roter Milan auf der Suche nach fetter Beute. Ein paar Meter weiter wurde das Stadion an der Waldstraße erreicht. Ein Mordsteil präsentierte sich den königsblauen Äuglein. Warum dieses recht große Stadion ausgerechnet hier und in unmittelbarer Nähe zur Sportstadt Leipzig errichtet wurde war nicht in Erfahrung zu bringen. Der Platz wird heute „nur“ für die II. Mannschaft des SV Chemie Böhlen und ab und an als Ausweichplatz zur Jahnbaude genutzt.

 
 
 

Der SV Chemie Böhlen ist ein vergleichsweise junger Verein; gegründet 1949 als BSG Benzinwerk, später BSG Brennstoff. Erst 1969 wurde der Klub in BSG Chemie Böhlen umbenannt und spielte zumeist in der DDR-Liga, später auch einige Spielzeiten in der Oberliga. Nach 1990 fusionierte die BSG Chemie mit Chemie (bzw. FC Grün-Weiß 1990) Leipzig zum FC Sachsen Leipzig. Die Böhlener fingen in der Bezirksliga quasi von vorne an.

Offiziell 70 Zuschauer sahen einen knappen, aber mehr als verdienten 2:1 Sieg.

Tore: 1:0 (10. Min.) Geißler, 2:0 (40. Min.) Straßburg, 2:1 (80. Min.) Brambor

 
 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                           414 km mit der Bahn von Berlin nach Böhlen und zurück

Saisonkilometer:                    53.112 km (15.609 km Flugzeug, 10.183 km KFZ, 27.320 km Bahn) 

zum Vergleich 09/10:           59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)

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