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Landesliga Braunschweig, Saison 10/11, 18.06.2011

 

VfB Fallersleben - Acosta Braunschweig

2:5

Wolfsburg, Stadion am Windmühlenberg (ca. 30 Zuschauer)

 

Match #94

Nach 94 Spielen ging meine ganz persönliche Saison 10/11 heute um 18:45 Uhr in Wolfsburg-Fallersleben (Niedersachsen) zu Ende. Komischerweise fand Match #1 auch in diesem Bundesland statt - erstaunlich auch nun wieder nicht, da Niedersachsen in den letzten 12 Monaten, speziell die letzten Wochen, gefühlte 94-mal angefahren wurde. Interessiert außer mir keine Sau, aber zumindest sind die ersten nutzlosen Zeilen verfasst und wenn man erstmal angefangen hat, läuft es bekanntlich gleich viel besser. Bleibt noch die Frage zu klären, warum schon wieder Niedersachsen und zudem noch in einer der ödesten Städte in diesem Universum. Die Antwort ist ganz einfach, weil es genau auf dem Weg lag. Der eingetragene Verein FC Schalke 04 rief zur Jahreshauptversammlung und da diese bereits auf den Sonntagmorgen terminiert wurde, erfolgte die Anreise schon am Samstag mit diesem kleinen Zwischenstopp in Fallersleben. Ganze vier Minuten braucht der Zug von Wolfsburg ins ehemals eigenständige Fallersleben. Bis zum 2. Weltkrieg war die Welt für die Fallerslebener noch in Ordnung, doch dann baute der kleine Choleriker aus Braunau eine Automobilfabrik in die Umgebung und schon hieß das Kaff "Stadt des Kdf-Wagen bei Fallersleben". Später erlebten die Einwohner mit der Eingemeindung noch den absoluten Supergau. Der Vater unserer Nationalhymne, ein gewisser Hoffmann von Fallersleben, würde wahrscheinlich im Grabe rotieren, wenn er wüsste, dass er jetzt eigentlich Hoffmann von Wolfsburg heißen würde. Der hiesige Fußballklub, eher ein klassischer Breitensportverein, ist einer der ältesten Turnvereine Deutschlands und war mit seiner Fußballabteilung gerade nach dem 2. Weltkrieg auf lokaler Ebene erfolgreich. Später ging es erstmal ab in die Versenkung und seit ein paar Jahren scheint sich der Verein wieder zu konsolidieren. Letztlich ist es aber für den VfB Fallersleben ziemlich dumm gelaufen, denn ohne Hitler kein KdF-Wagen, kein VW, kein Wolfsburg, keine amerikanischen Besatzungsmächte in Deutschland, damit auch keinen Felix Magath und letztlich auch keinen Deutschen Meister VfL Wolfsburg. Anstatt VfB Fallersleben in der Champions League heißt es jetzt VfB Fallersleben in der Landesliga Braunschweig, aus der sie zu allem Übel jetzt auch noch absteigen.

Das Stadion liegt südlich des sehr überschaubaren Bahnhofs (wenigstens den haben sie ihnen noch gelassen) und nach einem Fußweg quer durch die Stadt, vorbei am Heimatmuseum, erreicht man das Stadion am Windmühlenberg in 20 Minuten. Am Kassenhäuschen gab es leider nur eine lieblose Abrissmarke und keine Programmhefte. Letzteren Missstand wusste die Kassiererin aber zu kompensieren und wollte mir die Vereinsgeschichte und all die unnützen Informationen zu diesem Spiel verbal vermitteln. Nett gemeint, aber hier geht es nicht um Aufstellungen, Werbung für den örtlichen Glasermeister oder 70. Geburtstage die für mich von Interesse sind. Hier geht es darum, nach einen Wochenende die Eintrittskarte und das Programmheft glatt zu streichen, zu digitalisieren und anschließend fein säuberlich in den Ordner mit Aufschrift „10/11“ abzuheften.

Etwa 30 Zuschauer, davon war ein Zehntel dem seit 1993 bestehenden Fanclub „Löwen von Fallersleben“ zuzuordnen, nahmen sich die Geduld diesem sportlich unbedeutsamen Spiels beizuwohnen. Die Gäste aus Braunschweig gingen als Favorit in die Partie und wurden dieser auch gerecht. Nach dem 2:6 von letzter Woche in Stade stand diesmal ein 2:5 auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel. Dafür verfügt die Anlage neben dem Rasenplatz über eine recht neue und funktionale Tribüne. Der Rest sind Wälle ohne Stufen und auf der Längsseite gibt es noch eine Art Unterstand zu bewundern, der vermutlich vom besagten Fanclub zusammengezimmert wurde. Rein stadiontechnisch ist der Ground des VfB Fallersleben durchaus einen Besuch wert, wenn gleich hier nicht der Bär steppt.

 
 
 
 

Tageskilometer:                           996 km mit der Bahn von Berlin nach Gelsenkirchen über Fallersleben und zurück

Saisonkilometer:                    68.752 km: (19.473 km Flugzeug, 38.526 km Bahn, 10.580 km KFZ, 173 km Bus)

zum Vergleich 09/10:           59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)

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