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Testspiel, Saison 11/12, 02.07.2011

 

Kieler SV Holstein - FC Schalke 04

2:4

Stralsund, Stadion der Freundschaft (4.000 Zuschauer)

 

Match #1

Der Sinn eines Trainingslagers (zumindest aus Sicht eines stinknormalen Schlachtenbummlers) blieb mir bislang verschlossen. Er wird mir auch in Zukunft verschlossen bleiben. Aber der Reihe nach. Der glorreiche, fast achtfache deutsche Meister bezog für eine Woche Quartier auf Rügen, und da ich zu geizig war auch nur einen Urlaubstag dafür opfern – es warten bekanntlich ja noch größere Aufgaben in Europa auf uns – reiste ich der Meute erst am Freitag hinterher. Nach 294 km, wofür der Intercity immer noch stolze vier Stunden brauchte, fand ich in der Butze im Ostseebad Sellin einen unglaublich großen Haufen leerer Bierdosen vor. Acht verengte Pupillen lugten aus dem Vermögen an Pfandgut hervor und spätestens jetzt war klar warum das Trainingslager Trainingslager heißt. Aber solidarisch wie die Jungs (und Mädels von der Brigade Rosslau) nun mal sind wurden die letzten Kräfte mobilisiert und dem fünften Rad am Wagen eine Kneipetour (bewusste Nutzung des Singulars) kredenzt. „Tante Käthe“ machte irgendwann auch den Laden dicht und damit war das Kapitel Trainingslager ziemlich schnell beendet. Am nächsten Morgen ging es mit ca. 1,3 Millionen Touristen im strömenden Regen von der Insel zurück aufs Festland. Das anvisierte Sightseeing brachte uns nur nasse Füße und schlechte Laune, so landeten wir erneut in einem Brauhaus irgendwo zwischen dem Bahnhof und der Heimstätte des FC Pommern Stralsund.

 
 

An der Stelle wo heute das Stadion der Freundschaft steht, wurde nach dem ersten Weltkrieg ein kleiner provisorischer Sportplatz mit Laufbahn für die Soldaten der angrenzenden Kaserne gebaut. Erst 1938 zu einem richtigen Sportplatz ausgebaut, diente es aber weiterhin nur der Marine und nicht dem gemeinen Volk als Sportfeld für Leibesübungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Frankendammsportplatz der zivilen Nutzung zugeführt und erhielt 1953 den Namen Stadion der Freundschaft. Später ging hier der ASG Vorwärts Stralsund auf Punktejagd. Heute findet man hier eine Spielstätte an der deutlich der Zahn der Zeit nagt, aber dadurch auch einen gewissen Charme versprüht. Ausgebaut sind „nur“ die beiden Längsseiten. Eine Seite komplett mit zahlreichen Stehplatzstufen und die andere mit einer kleinen Tribüne, inklusive einem Sprecherturm, unter dem man sogar überdacht sitzen kann. Auf dieser Tribüne gibt es zahlreiche blaue Schalensitze und Holzbänke.

Wenigstens verzogen sich pünktlich zum Spielbeginn die Wolken. Stolze neun Euro wurden den rund 4.000 Besuchern abverlangt und die bekamen immerhin sechs Tore zu sehen. Einen großen Erkenntnisgewinn gab es bei dem 4:2-Sieg nicht, wenngleich mit Hao und Baumjohann zwei Spieler jeweils ein Tor erzielten, die höchstwahrscheinlich beim Bundesligaauftakt nicht mehr im Kader stehen werden.

Tore: 0:1 (10. Min.) Edu, 0:2 (20. Min.) Holtby, 1:2 (30. Min.) Siedschlag, 1:3 (55. Min.) Hao, 1:4 (60. Min.) Baumjohann, 2:4 (75. Min.) Meyer (FE)

 
 
 
weitere Bilder vom Stadion:
 

Tageskilometer:                           558 km mit der Bahn von Berlin über Binz nach Stralsund und zurück nach Berlin

Saisonkilometer:                          588 km: (588 km Bahn)

zum Vergleich 10/11:           68.753 km: (19.473 km Flugzeug, 38.526 km Bahn, 10.580 KFZ, 173 km Bus)

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Auf einsamen Wunsch werden wieder die Grüße eingeführt:

Grüße u. a. an Nils-Hendrik, die Premnitzer, Ziegenpeter, Bussi, Susi, Tanya, Micha
und alle die ich jetzt vergessen habe…mmmhhh – na ok - Gruß auch an Freddy!