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Liga Leumit, Saison 11/12, 16.12.2011

 

Hapoel Irony Herzliya F. C. - Hapoel Kfar Saba F. C.

 2:1

Herzliya, Herzliya Municipal (ca. 500 Zuschauer)

 

Schalömchen! Einigermaßen ausgepennt stand heute alles im Zeichen des Sabbats und so verbrachten wir die ersten Stunden des Tages höchst individuell. Bussi blies seine Abgasanlage frei, Bündchen plantschte im Meer, Kirsche surfte im weltweiten Netz rum, unser Jüngster pennte zur Abfahrt um 14:00 Uhr und der Schöpfer dieser Buchstabenaneinanderreihung ging erstmal ordentlich frühstücken, grabbelte in den Wühltischhaufen auf dem Carmel-Markt rum und legte anschließend seinen Astralkörper in den feinen Sandstrand. Das Wetterchen war natürlich astrein und auf der sportlichen ToDo-Liste galt es nur den wenige Kilometer entfernten Zweitligaground in Herzliya abzuhaken. Das städtische Stadion liegt unweit der Autobahnausfahrt und auch sehr nahe am Bahnhof. Herzliya ist ein Nobelvorort und Sitz des Mossad. Zwei Fußballvereine sind hier beheimatet, einmal Hapoel und einmal Maccabi und beide spielen derzeit in der zweiten israelischen Liga.  Vereine mit Namen Maccabi (Kampfgeist) wurden meist vom zionistischen Bürgertum unterstützt und Hapoel (Arbeiter) war der Verein der Sozialisten (Ma'arach-Partei), der Gewerkschaften (Histadrut) und der Kibbuze. Klar also, dass in Herzliya der Maccabi Verein wesentlich beliebter ist. Aber wir waren heute bei Hapoel zu Gast und bei dem Match handelte es sich um ein richtiges Derby. Kfar Saba liegt nur ein paar Kilometer entfernt und der 1928 gegründete Club wurde 1975, 1980 und 1990 Pokalsieger und 1982 sogar Meister. 40 Scheckel (ca. 8 Euro) wurden für den Eintritt aufgerufen und gratis bekam man direkt ein paar freundliche mitleidige Kommentare, dass die zweite israelische Liga nicht mit der deutschen Bundesliga zu vergleichen sei. Wenn der gute Mann wüsste, welchen Mist man sich sonst noch reinzieht, würde er wahrscheinlich vor Anteilnahme Depressionen bekommen. Kaum hatten wir die Ordnerschaft passiert, machten wir Bekanntschaft mit einer attraktiven jungen Dame, die obendrein noch akzentfrei Deutsch sprach. Kein Wunder, sie war Deutsche und sozusagen Spielerfrau. Ihr Freund steht seit Saisonbeginn bei Hapoel Kfar Saba unter Vertrag und in Deutschland spielte er für Arminia Bielefeld und RW Ahlen sogar mal in der zweiten Bundesliga. Falls es interessiert - Manuel Bölstler – so sein Name. Ob die zweite israelische Liga für einen 28-Jährigen Mittelfeldstrategen die richtige Sprosse der Karriereleiter ist, mag ich bezweifeln. Sein Können bot er an diesem Nachmittag nicht auf, da der gute Mann verletzt auf der Tribüne saß und dort zumindest eine gute Figur abgab. Ca. 500 Leutchen fanden sich im Herzliya Municipal ein, davon ein Gutteil aus Kfar Saba. Das Stadion besteht aus einer großen Haupttribüne und drei etwas kleineren Tribünchen. Dafür ist alles sehr eng gebaut und so kann man herrlich die Akteure, den Betreuerstab und die Ersatzspieler bepöbeln. Etwa 8.000 hellblaue Schalensitze existieren und geöffnet wird meist nur die Hauptseite. Das Spiel war unterhaltsam und die Zuschauer sorgten für ausreichend Stimmung. Nicht durch Support, aber es ga ständig etwas zu meckern. 

Tore: 1:0 (30. Min.) Azulay, 2:0 (40. Min.) Diab, 2:1 (80. Min.) Melamed

 
 

Pünktlich zum Sonnenuntergang wurde das Spiel abgepfiffen, die Flutlichter ausgeschaltet, die Besucher ausgekehrt und der Sabbat hatte begonnen. Wir kehrten der Stadt der Neureichen den Rücken und kehrten nach Tel Aviv zurück um uns schon mal auf die Partyaktivitäten am Abend einzustimmen. Geld holen, fettige Grundlage legen und chillig auf dem Balkon sitzen waren die ersten Aktivitäten des Abends. Mit ein paar Landeiern (sozusagen UGE-Untergruppe), die im Nebenzimmer untergebracht waren glitten wir so in die Nacht hinein. Relativ spät machten wir uns dann in eine vorher ausbaldowerte Kneipe auf, wo die Goldsstar gut gekühlt serviert wurden. Später ging es noch in eine Art Disco, da mir aber die Musik nicht so richtig in den Kram passte, überließ ich den Partylöwen das Parkett und wärmte schon mal die Betten an. Um halb sechs, exakt eine Stunde nach mir, folgten die Tanzbären. Natürlich bis zur Oberlippe randgefüllt und NICHT leise.

 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                              30 km KFZ Tel Aviv - Hertzilya - Tel Aviv

Saisonkilometer:                     38.379 km: (19.800 km Bahn, 15.042 km Flug, 3.447 km KFZ, 90 km Bus)

zum Vergleich 10/11:           68.753 km: (19.473 km Flugzeug, 38.526 km Bahn, 10.580 KFZ, 173 km Bus)

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