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Landesklasse (4) Sachsen-Anhalt, Saison 2012/2013, 24.11.2012

 

CFC Germania Köthen - Eintracht Emseloh

 3:3

Köthen, Stadion an der Rüsternbreite (50 Zuschauer)

Da die Vorgeschichte zu diesem Kick etwas kompliziert war und der Student aus Premnitz mal wieder nix zu tun hatte, reiche ich den Griffel direkt mal weiter…

Wie die Jungfrau zum Kinde kam ich zu dem o.g. Handballspiel. Einen Abend vor dem Spiel kam der spontane Anruf aus Berlin, ob man nicht mal diese Randsportart begutachten möchte. Karten hatte der gute Mann aus der Hauptstadt natürlich am Start, nur nicht für mich. Trotz oder gerade wegen der knapp bemessenen Kapazität in der alten Halle in Sudenburg willigte ich jedoch ein.

SC Magdeburg – HC Vardar Pro Skopje 30:27 (Hermann-Gieseler-Halle)

Also mal wieder Handball und dann noch mit den befreundeten Mazedoniern. Letztlich stellte das Kartenproblem keins dar und für schlanke 3 Euro erhielt man Eintritt. Eingefunden hatte sich eine illustre Runde, wovon 2 Personen aus Berlin und Umfeld, 4 Personen aus GE und sogar der Ein oder Andere aus dem fernen Skopje angereist war. Insgesamt stellten wir mit 12 Mann den Gästemob. Gespielt wurde in der altehrwürdigen Hermann-Gieseler-Halle, welche nur noch von den Jugendmannschaften genutzt wird. So war es das erste Pflichtspiel der Profis seit 1997. Eng und klein beschreibt die Sache wohl ganz gut, so konnten wir von unseren Sitzplätzen die Spieler berühren. An beiden Seiten gibt es 8 Sitzreihen und dahinter kann noch gestanden werden. Hinter einem Tor erstreckt sich noch eine Sitzplatztribüne, während sich hinter dem anderen Tor kein Ausbau befindet. Skopje fand gut in die Partie und führte schnell mit 5 Toren. Leider konnte man das Tempo nicht halten und ging mit einem knappen Rückstand in die Pause. Nach dem Wechsel suchte man allerdings konsequent seine Chance und man kann sich nach der knappen Niederlage durchaus Hoffnung auf ein Weiterkommen machen. Stimmung war in der kleinen Halle naturgemäß gar nicht so schlecht, zwar sehr eintönig aber durchaus laut. Am Rand stand die kleine "Ultraszene" namens Ostmob, die man allerdings kaum vernehmen konnte. Die zweite Hälfte wurde von uns mit guten Gesprächen und einigen Bierchen außerhalb der Halle verbracht, da ein paar Ordner nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Nach dem Spiel verabschiedete sich dann die Fraktion GE von uns Ostbirnen (ich bin keine Ostbrine!!!) Richtung Heimat. Wir dachten jedoch daran noch ein wenig in Magdeburg zaubern zu gehen. So wurde die erstbeste Kneipe angesteuert und dort weitere Bierchen eingeworfen. Vorzüglich unterhalten wurden wir dabei durch ein neues Druckerzeugnis aus Gelsenkirchen. Nach und nach kamen alle noch in Tanzlaune und die Aussicht, die Schönheiten Magdeburgs kennenzulernen verlockte noch mehr. Also ging es in eine Location, in der Ska und Punk-Musik angesagt war. Genau das richtige für uns. Der Abend nahm seinen Lauf und Personen, die man dort nie vermuten würde, verirrten sich auf der Tanzfläche um eine heiße Sohle auf’s Parkett zu legen. Ende vom Lied bzw. der Veranstaltung war dann gegen 5 Uhr. Kurz nach acht schälten wir uns aus den Betten und jeder ging seines Weges. Einer von uns machte sich auf den Weg nach Rüdersdorf, der nächste wollte nach Köthen und zu guter Letzt trat unser dritter Mann seine Reise nach Gelsenkirchen an. Guter Abend mit guten Leuten und netter Musik. Kann man ruhig mal öfter machen. 

 
 
 
 
 
 
 

Guter Abend, aber beschissener Morgen, mein Lieber! Da nämlich der Mann/Gastgeber/Herbergsvater als Erster aufbrechen musste, machte er uns natürlich wach und verließ die Wohnung ohne Duschgel im Bad, ohne Frühstück und vor allen Dingen ohne einen Tropfen Wasser oder Ähnliches um den ekelhaften Brand in der Kehle zu löschen. Am späten Vormittag verließen wir die einsame Studentenhütte und während sich Laui  nach Gelsenkirchen verabschiedete, fand ich den o. g. Kick in Köthen. Köthen, Köthen…da war doch was? Richtig, denn meine sachsen-anhaltinische und investigative Informantin steckte mir, dass Johann Sebastian Bach hier die brandenburgischen Konzerte schrieb und dass man in Köthen irgendwas ganz Dolles (vergessen was, ich glaube es war Bierbrauen) studieren kann. Aber Köthen ist natürlich auch untrennbar mit der Familie Ritter verbunden, eine eher nationalkonservative Sippe, die der ansonsten kaum bekannten Stadt in Anhalt zu einer gewissen Berühmtheit verhalf. Wer sie nicht kennt, der kann einfach auf den bekannten Videoschnipselkanal wechseln und sich unter Zuhilfenahme der Buchstabenkombination F-A-M-I-L-I-E--R-I-T-T-E-R weiterbilden. Kommentare spare ich mir, Lösungsvorschläge nimmt das zuständige Amt in Köthen entgegen. Da ich bis zum Anstoß noch knappe drei Stündchen Zeit hatte, nutzte ich diese für eine Stadterkundung. Am Marktplatz gibt es eine Kirche namens St. Jakob und ein Rathaus ohne Namen, welches aber von innen ganz schön sein soll. Etwas außerhalb der recht kleinen Innenstadt gibt es noch ein Schloss, welches natürlich wenn ich um die Ecke komme mit einem Baugerüst verschandelt war. Der „berühmte“ Spiegelsaal war ebenfalls verschlossen, weil gerade in Sanierung. Dafür gab es noch eine kleine Kapelle mit einer Orgel zu bestaunen, die nur deshalb bedeutend ist, weil der bereits erwähnte Herr Bach hier die brandenburgischen Konzerte komponierte und wenn ich es richtig verstanden habe, dafür mehrere Jahre gebraucht hat. Erinnerte mich glatt an das „Fuck The System“ Album von The Exploited (klein geschrieben sieht der Bandname ganz schön komisch aus).  Auch die haben für ihr achtes und ihr letztes Album (das miese Best-of-Teil „25 Years of Anarchy and Chaos“ zähle ich nicht) auch ein paar Jahre gebraucht und den Hörern ein richtig fettes Brett vor den Kopf geknallt. Mit den brandenburgischen Konzerten verhielt es sich wohl ähnlich, nur kein Brett und ein paar Jahrhunderte früher. Damit war die Zeit auch um, nach 20 Minuten gemütlichem Fußmarsch durch die doch recht verlassene Stadt erreichte ich das Stadion an der Rüsternbreite, welches ich mir irgendwie doller vorgestellt habe. Der Eingangsbereich ist ganz hübsch und dazu gibt es auf der mit sechs bis sieben Stufen ausgestatten Haupttribüne noch einen ganz netten Sprecherturm, aber das war es dann auch schon. Die Zuschauer kamen auch nicht gerade in Massen, außerdem war es kalt, es nieselte, ich hatte immer noch einen dicken Kopp und will letztlich damit andeuten, dass ich dem Spiel nicht die gewohnte Aufmerksamkeit schenken konnte. Der Cöthener FC Germania, in der DDR hatte der Verein einige dutzend verschiedene Vereinsnamen, eröffnete die Partie mit einem recht flotten Schuh und führte nach 20 Minuten schon mit 2:0. Kurz vor der Pause, als ich gerade die dampfende Bratwurst in Empfang nahm, verkürzten die Gäste auf 1:2. Die zweite Halbzeit war dann noch mal richtig unterhaltsam und so ganz nebenbei bemerkt, mein letztes 0:0-Spiel datiert vom 25.11.2011 (El Classio Bayer Leverkusen II - SF Lotte), was nun exakt 364 Tage her ist. Also, Kinders – Daumen drücken…vielleicht wird das Jahr 2012 ein Jahr ohne Nullnummer!

 
 
 
 
 

Tageskilometer:                            314 km mit der Bahn von Berlin nach Köthen und zurück

Saisonkilometer:                     27.144 km: (8.104 km Flug, 15.104 km Bahn, 3.936 km KFZ, 10 km Bus)

zum Vergleich 10/11:           62.330 km: (24.867 km Flug, 21.630 km Bahn, 15.603 km KFZ, 220 km Bus)

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