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Calcio Femminile (Serie A) , Saison 2012/2013, 19.01.2013

 

Torino CF - ACF Firenze

0:4

Torino, Stadio Primo Nebiolo (ca. 200 Zuschauer)

Traditionell geht es im Januar mit dem compagno aus Göttinga auf eine kleine Tour in den Süden. Diesmal sollte es aus diversen Gründen nicht so recht klappen. Ein Grund war, dass unser Amico Sebastiano Berlino einen Besuch abstattete. So blieb am Ende nur ein ganz kleines Zeitfenster und in dieses wir mit der kurzfristigen Buchung der Flüge nach Malpensa (Samstag früh hin, Sonntag spät zurück) stießen. Dumm nur, dass an diesem Wochenende die Serie B keine Ansetzungen parat hielt. Die spielte über, nach und zwischen Weihnachten und Sylvester, zogen sich dann aber Anfang Januar für zwei Wochen in die Winterpause zurück, während die Serie A und ab 3. Liga abwärts alles spielte. Die Offiziellen werden auch immer bekloppter. So blieb im Prinzip für den Samstag nur Juve übrig und kaum war der Flug gebucht, muckte auf einmal Juve rum, dass die lieber sonntags spielen wollten, ungeachtet der noch ausstehenden Pokalspiele. Der Verband kuscht ja normalerweise, wenn die alte Dame was will, machte den Wunsch allerdings vom Ausgang des Cupmatches abhängig. Das zweite Problem war die Kartenbeschaffung. Wie es der Zufall so wollte, las ich unmittelbar nach der Flugbuchung in einem Frankfurter Heftchen, dass zwar das neue Stadion in Turin nie ausverkauft sei, aber es auch keine Karten vor Ort gibt. Ausschließlich im Vorverkauf und exklusiv für Mitglieder ist die Ticketorder möglich. Da war guter Rat teuer und erstmal schoben wir das Problem bis drei Tage vor dem Anst0ß beiseite („ach, wird schon klappen“). Als ich dann am Mittwoch vor dem Abflug mit Seby bei dem Basketbrüller Alba Berlin gegen Panathinaikos Athen (nebenbei bemerkt – oberlangweilig) saß und wir uns die überteuerten Biere in den Hals schütteten, kam ich noch mal auf das Problem zu sprechen. Flugs feuerte er ein paar Kurznachrichten über die Alpen und erhielt in den nächsten 48 Stunden auch Antworten. Der Schlachter beglückte bereits am Donnerstag die Hauptstadt, so dass das Trio Infernale komplett war und die Auswirkungen am nächsten Morgen unter der Schädeldecke verspüren durften. Die ärmste Sau durfte natürlich noch arbeiten und als am Samstagmorgen und gefühlten zwei Stunden Schlaf in den letzten drei Tagen der Wecker klingelte, war die Vorfreude riesig. Ohne viel Tamtam landeten wir ein paar Stunden später nordwestlich von Milano. Die Leihkarre war wieder ein Fiat 500 und auch das erste Frühstück wurde standesgemäß im Autogrill Novara eingeworfen. Turin erreichten wir eine Stunde später und dort hieß es den Bigdeal einzulösen. Meine Intention war durch die Innenstadt zu flanieren und sich dabei schön chillig die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen. Mikes Bestreben war hingegen, sich die paar Stunden in Bella Italia mit dem ganzen Unrat, den die Spielpläne bereithielten, herum zuschlagen. Der BigDeal bestand dann darin, dass im Tausch gegen die Stadtbesichtigung das Damenspiel (oder weicher ausgesprochen Calcio Femminile) der Serie A als Programmpunkt in unsere Liste aufgenommen wurde. Kaum in der Innenstadt angekommen (Sonne übrigens Fehlanzige), wusste diese mit schicken breiten Boulevards und sehr vielen historischen Gebäuden zu gefallen. Die Stadt wurde nach Gründung des Königsreichs Italien die erste Hauptstadt, verlor diesen Status aber schon nach drei Jahren an Florenz und später an Rom. Später wurde sie zu der bekanntesten Industriestadt am Stiefel und neben Fiat bekommen so bekannte Marken wie Ferrero, Lavazza, Cinzano, Martini, TicTac und Nuttela aus Turin. Genau in der Mitte liegt der Piazza Castello, wo es neben den sehr hübschen Bauten noch ein „kleines“ Stadtschlösschen zu bewundern gibt. Nach zweieinhalb Stunden Sightseeing machten wir uns dann auf dem Weg zum Calcio Femminile und checkten en passant im Hotel ein. Das Stadio Primo Nebiolo liegt ca. drei Kilometer westlich der Innenstadt und ist in einem Art Park beheimatet, was die Parkplatzsuche ein wenig erschwerte. Den Anpfiff durften wir dann nach Zahlung von fünf Euro doch noch mit erleben, wobei „erleben“ recht positiv formuliert ist. Dafür war der Ground ganz hübsch, der über eine Gesamtkapazität von ca. 7.500 Sitzplätze (davon 1.200 überdacht) verfügt. Das Spiel war wahrlich kein Augenschmaus, wenn gleich ein paar Florentinerinnen mit ihren Ballfertigkeit überraschten. Die Hausdamen gingen eher rustikal zu Werke und schonten weder Gegnerin, Ball und vor allem sich selbst nicht. Das 0:4 war am Ende hochverdient und auch der Schreiber schonte sich nicht und ballerte sich während der 105 Minuten unzählige Kaffeespezialitäten auf die Hirse um der Müdigkeit ein Schnippchen zu schlagen. Gelang aber nur leidlich, dafür war es in der Cateringbude deutlich wärmer als draußen. Pünktlich zum Abpfiff zog sich dann der Himmel zu und wir steuerten den Fiat 500 langsam in Richtung Juve.

 
 
 
 
 
 
 
 
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Tageskilometer:                             986 km: 828 km Flug Berlin - Malpensa, 140 km KFZ Malpensa - Torino

Saisonkilometer:                     34.445 km: (12.836 km Flug, 16.469 km Bahn, 4.670 km KFZ, 490 km Bus)

zum Vergleich 10/11:           62.330 km: (24.867 km Flug, 21.630 km Bahn, 15.603 km KFZ, 220 km Bus)

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