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Pro League, Saison 2012/2013, 02.02.2013

 

Oud-Heverlee Leuven - Sporting Charleroi

1:0

Leuven, Stadion Den Dreef (10.786 Zuschauer)

Pünktlich zum Abpfiff kehrten wir fix der Arena den Rücken und fuhren mit der Straßenbahn (immer wieder lustig, die Düsseldorfer Tramfahrer) zu Ingos Automobil, welches allerdings gerade von einem Ordnungshüter erkennungsdienstlich behandelt und zum Abtransport vorbereitet wurde. Der mehr als geile Parkplatz, von mir ausgesucht, war mit dem Mangel behaftet, dass er eben keiner war.  Sah aber von weitem so aus und das Parkverbotsschild war meiner Meinung nicht in Augenhöhe angebracht. Gut, die Ausrede zog nicht…aber zumindest bestellte der Vasall der Stadt den Abschlepper wieder ab und so durften wir mit dem offiziellen Parkticket (35 Taler) von dannen ziehen. 180 Kilometerchen betrug die Distanz und während ich so rätselte, warum mir der Verein Oud-Heverlee Leuven nun so gar nix sagte, verkündete Ingo voller Stolz, dass er heute die erste belgische Liga komplettieren würde. Ich war auch schon lange nicht mehr in Belgien. Leuven (Löwen) liegt grob gesagt kurz vor Brüssel und soll über eine ganz nette Innenstadt verfügen. Die Ansiedlung erreichten wir 20 Minuten vor dem Anstoß. Ein Parkplatz wurde auf Anhieb nicht gefunden und da der Lenkradkünstler nicht noch eine Knolle riskieren wollte, stellten wir die Karre auf einem Schulhof ab. Ob diese Tat mit den örtlichen Paragrafen im Einklang stand, keine Ahnung! Aber ich habe einfach mal die Schnauze gehalten und uns so von einer weiteren Ehrenrunde durch Leuven bewahrt. Karten gab es für 15 Euro, also Standardpreis für die belgische Primera Division. Die Einlasskontrolle war eher lustig, weil nix kontrolliert wurde, sondern drollige Kugelschreiber und sonstiger Schrott an die Zuschauer verteilt wurden. Das war im Prinzip schon ein erster Vorgeschmack, was uns an diesem Abend so erwartete. Das Stadion war zwar gut gefüllt, allerdings erinnerte die ganze Veranstaltung eher an ein Volksfest. Nichtsdestotrotz bot die Anhängerschaft eine Choreo „OHL since 2002“ auf. OHL steht für Oud-Heverlee Leuven, wobei Oud-Heverlee, seit der Eingemeindung irgendwann in den 70er Jahren ein Stadtteil von Leuven ist. Laut dem großen Internetzlexikon wurden die Vereine aus dem Stadtteil und der Stadt nicht verschmolzen sondern: „Nach dem Ende der Saison 01/02 verschwanden die Ortsrivalen Stade Löwen und Koninklijke Daring Club Löwen von der Bildfläche. Da gleichzeitig der Klub seinen Namen in Oud-Heverlee Löwen änderte, wird behauptet, dass die beiden Vereine mit Oud-Heverlee fusioniert hätten. Dies ist aber nicht geschehen, vielmehr stellte Stade den Spielbetrieb wegen Überschuldung ein und Daring Club existierte bis Januar 2003.“ Seit 2005 spielt der Verein zumindest in Leuven und das Stadion Den Dreef ist in den letzten Jahren auch kontinuierlich ausgebaut worden. Die große Haupttribüne ist ganz ansehnlich, während die restlichen (immerhin überdachten) drei Seiten eher zweckdienlich sind. Unsere Tickets berechtigten den Zutritt zur Gegengerade, wo es nicht nur ausschließlich Stehplätze gibt, sondern auch drei Pilsbierausschankpoints. Auffällig, wie sich die Einheimischen die Brause in den Rachen schütteten. Da es, wie in Belgien üblich, im mittleren Teil der langen Tribünen eine Kneipe gab, nutzen wir dieses Angebot und verfolgten das Spiel von dort aus. War schön warm und komischerweise wurden wir ständig von Einheimischen vollgesülzt, so dass die Vermutung nahe lag, dass wir auch schon wie richtige Frittenfesser aussehen. Apropos Fritten, die gab es natürlich und zwar Original, also vor Fett triefend. Eine gesunde Ernährung ist auch beim Hoppen unerlässlich und so wanderten noch zwei nicht minder fettige Burger über den Tresen. Geschmacklich dank der exotischen Saucen waren diese natürlich top. Nicht dass jetzt einer auf dumme Gedanken kommt – Fußball haben wir natürlich auch geguckt und auch hier wurde eher Hausmannskost serviert. Kampfbetont würde ich jetzt mal schreiben und gar nicht mal so ununterhaltsam. Die Einheimischen amüsierten sich zumindest und ließen ihre Freude ab und an auch mal raus. War zumindest mehr, als ich erwartet habe. Gäste aus Charleroi waren auch da, so rund 250 würde ich mal schätzen; der Support war allerdings eher lausig. Keine Knallerpartie, aber solche Ausfüge haben auch ihren Reiz.

 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                            356 km mit dem KFZ von Düsseldorf nach Leuven und zurück

Saisonkilometer:                     36.375 km: (13.664 km Flug, 16.998 km Bahn, 5.223 km KFZ, 490 km Bus)

zum Vergleich 10/11:           62.330 km: (24.867 km Flug, 21.630 km Bahn, 15.603 km KFZ, 220 km Bus)

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