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Bayernliga Nord, Saison 13/14, 27.07.2013

 

SpVgg Bayreuth - Würzburger FV

4:1

Weismain, Waldstadion (451 Zuschauer)

Von Kulmbach nach Weismain ist es nur ein Katzensprung und unsere Katze am Steuer sprang fix, so dass wir die Ersten am Stadion waren. Die SpVgg (Oberfranken) spielt in dieser Saison ein paar Spiele in Weismain und der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach, aber trotzdem muss der Bogen da ein bisschen weiter gespannt werden. Eigentlich ist der SVW Obermain der Hauptnutzer des Stadions. Dieser wurde vor ein paar Jahren gegründet, so ziemlich zeitgleich als der SC Weismain mit Pauken und Trompeten Pleite ging. Aber der SCW Obermain und der SC Weismain haben nichts miteinander zu tun, streng genommen. Zumindest legt man beim SCW Obermain großen Wert darauf, dass man nicht der Rechtsnachfolger des SC Weismain ist. Dieser wiederum war auch nur ein Dorfverein, hatte aber einen reichen Bauunternehmer im Rücken, der den Verein bis in die damals dritthöchste Spielklasse beförderte, wohin auch kurzfristig der glorreiche Clubb abgerutscht war. Daher wurde ein Stadion für gleich mal 20.000 Zuschauer gebaut, welches auch prompt ausverkauft war. Der SC Weismain schlug sich wacker in der Regionalliga, aber dann ging der Bauunternehmer Alois pleite. Geld weg, Spieler weg, Abstiege, Insolvenz – die übliche Geschichte halt. Mittlerweile hat der Alois aber wieder Geld (verwunderlich wo die Bauunternehmer nach einer Pleite nach kurzer Zeit wieder an einem Haufen Kohle kommen) und dieses Geld kann am besten beim Fußball verbrannt werden. Jetzt ist die Geschichte mit dem SC Weismain auch ein wenig ausgelutscht, daher kam der Alois auf die Idee, wir ziehen das Alles jetzt noch mal eine Nummer größer auf. Die Idee einen FC Oberfranken zu installieren mit der SpVgg Bayreuth, dem VfL Frohnlach und Bayern Hof wurde geboren. Einer der Beteiligten hätte die Regionalliga-Lizenz einbringen sollen, alle zusammen die Spieler und der Weismainer Alois sein Stadion in der Pampa. Frohnlach und Hof winkten klugerweise und frühzeitig ab, so dass nur noch einer übrig blieb. Am Ende fusionierte die kurz vor der Insolvenz stehende SpVgg Bayreuth mit sich selbst zur SpVgg Oberfranken Bayreuth und die hatten am Ende doch keinen Bock in Weismain zu spielen. Um dann doch noch an die Kohle vom Alois zu kommen, einigte man sich drauf, dass man halt ein paar Spiele in die Einöde auslagert. Die Fans sollen dann mit Shuttlebussen herangekarrt werden und für das erste dieser ausgelagerten Spiele reichte ein Bus vollkommen aus. Gott sei Dank waren noch die zwei Dutzend Gäste und eine Batterie Hopper im wirklich hübschen Stadion ins Weismain. Genau genommen ist das Stadion absolut Oberbombe. Auf einer Längsseite steht eine unspektakuläre überdachte Tribüne. Daneben eine recht hübsche Hintertorseite, auch überdacht, aber komplett den Stehplatzliebhabern vorbehalten. Was das Stadion so einmalig macht ist die unüberdachte Längsseite. Im unteren Drittel gibt es paar klassische Betonstufen und der Rest sind Stufen aus Bruchstein. Richtig gewaltig wirkt diese Seite. Die andere Hintertorseite ist nicht ausgebaut. Dort befinden sich die Sozialräume und im oberen Stockwerk das Vereinsheim. Hierhin begaben wir uns hinein und da das heimelige Heim aus über einen Balkon verfügte, ließen wir uns dort nieder und genossen neben der Aussicht das phantastische Weismainer Püls-Bräu (Slogan: fröhlich, fränkisch, frisch). Der Würzburger FV wurde von ca. 20 Gäste (10 im Schatten, 10 in der Sonne) und zwei Zaunfahnen unterstützt. Nennenswerten Support gab es allerdings keinen. Die Bayreuther in ihren komischen Farben pappten auch zwei Fahnen an den Zaun: „Gelbe Zähne – schwarzes Herz“ sowie der bekannte „Oldschdod“ Lappen. Die Akustik in dem Stadion ist natürlich auch nicht schlecht, jeder Ton wird verstärkt und so würde hier garantiert ganz gut Stimmung aufkommen. Aber bei ca. 400 Zuschauer, die sich fast alle noch großzügig verteilten wurden gerade einmal das Schlagen des Balles, die Konversation der Spieler und allenfalls mal ein paar Schlachtrufe verstärkt. Das Spiel war zumindest in der ersten Halbzeit gut, weil die schwachen Würzburger die Partie noch halbwegs offen gestalten konnten.

 
 
 
 
 

Tageskilometer:                             

Saisonkilometer:                    

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